Mit „Haunted“ erscheint die zweite Vorab-Single des Tribute-Albums „20th Century Paddy – The Songs of Shane MacGowan“. Johnny Depp und Imelda May liefern eine eindringliche Neuinterpretation – als Hommage an zwei unvergessene Stimmen der Musikgeschichte.
Es ist ein Lied, das längst mehr ist als nur eine Ballade. „Haunted“, ursprünglich von Shane MacGowan geschrieben und 1995 von ihm gemeinsam mit Sinéad O’Connor aufgenommen, erhält nun eine neue, zutiefst emotionale Lesart. Johnny Depp und Imelda May verwandeln den Song in eine fragile, fast entrückte Klanglandschaft – getragen von Respekt, Verlust und künstlerischer Verbundenheit.
Die Veröffentlichung markiert die zweite Single aus dem ambitionierten Tribute-Projekt „20th Century Paddy – The Songs of Shane MacGowan“, das von Victoria Mary Clarke und dem Label Rubyworks initiiert wurde. Bereits die erste Auskopplung, „A Rainy Night in Soho“ von Bruce Springsteen, hatte weltweit Aufmerksamkeit erzeugt – nun folgt mit „Haunted“ ein ebenso intensives Kapitel.
Depp beschreibt die Zusammenarbeit mit Imelda May als künstlerischen Glücksfall. Beide eint nicht nur die Bewunderung für MacGowan, sondern auch die persönliche Erschütterung über den Verlust zweier Ausnahmekünstler im Jahr 2023. „Shane war einer der größten Dichter seiner Generation“, so Depp. Seine Texte hätten eine unmittelbare, durchdringende Kraft – eine Qualität, die auch diese neue Version von „Haunted“ prägt.
Auch Imelda May findet eindringliche Worte für die Entstehung des Duetts. Die Aufnahme sei bereits vor der Konzeption des Albums entstanden, aus reiner Begeisterung für MacGowans Werk. Die Verbindung zwischen dessen Poesie und der ikonischen Interpretation durch Sinéad O’Connor schwingt dabei stets mit. Dass ihre Gesangsspuren mit O’Connors Mikrofon aufgenommen wurden, verleiht der Neuinterpretation eine zusätzliche, beinahe spirituelle Dimension.
Das Album selbst versteht sich als vielstimmiger Liebesbrief an Shane MacGowan – mit Beiträgen von Künstlern wie Hozier, Tom Waits, Primal Scream oder The Libertines. Auch MacGowans eigene Band, The Pogues, ist Teil dieses außergewöhnlichen Projekts.
Über die Musik hinaus setzt das Album ein klares Zeichen: Die Hälfte der Künstlererlöse geht an die Dublin Simon Community, eine Organisation, die sich für obdachlose Menschen einsetzt – ein Anliegen, das MacGowan zeitlebens unterstützte.
So ist „Haunted“ weit mehr als eine Coverversion. Es ist ein musikalischer Nachruf, ein Dialog über Zeit und Tod hinweg – und ein Beweis dafür, dass große Songs tatsächlich unsterblich sein können.
