Am 24 Mai 2027: Steve Hackett bringt den Geist der goldenen Genesis-Ära in die Philharmonie Köln

Steve Hackett in der Jahrhunderthalle in Frankfurt FOTO: Dylan Cem Akalin

Wenn Steve Hackett am 24. Mai die Bühne der Kölner Philharmonie betritt, erwartet das Publikum ein Abend voller epischer Klanglandschaften, virtuoser Gitarrenarbeit und unvergänglicher Progressive-Rock-Klassiker.

Von Dylan C. Akalin

Wenn Steve Hackett am 24. Mai in der Kölner Philharmonie auftritt, wird die Konzerthalle am Rhein einmal mehr zum Treffpunkt jener Musikliebhaber, für die Progressive Rock weit mehr ist als nostalgische Erinnerung. Hacketts „Best of Genesis & Solo Gems 2026 Tour“ verspricht einen Abend, der gleichermaßen Rückschau und Gegenwartsbeweis ist: eine Reise in jene Jahre, in denen Genesis mit Alben wie „Nursery Cryme“, „Foxtrot“, „Selling England by the Pound“ oder „Wind & Wuthering“ den Progressive Rock revolutionierten – und zugleich ein Blick auf das eigenständige Werk eines Gitarristen, der längst weit mehr ist als „der ehemalige Genesis-Musiker“. (koelner-philharmonie.de) Wir erinnern uns an sein grandioses Konzert in Frankfurt, wo er das fantastische Live-Album „Second out“ aufleben ließ.

Steve Hackett gehörte zwischen 1971 und 1977 zu jener legendären Genesis-Besetzung, die bis heute als kreative Hochphase der Band gilt. Seine Gitarrenarbeit prägte den unverwechselbaren Klang jener Ära entscheidend: lyrische Akustikpassagen, eruptive elektrische Soli, klassische Einflüsse und frühe Techniken des Tappings verschmolzen bei ihm zu einer Handschrift, die Generationen von Gitarristen beeinflusste. Während andere Rockgitarristen auf Virtuosität und Lautstärke setzten, entwickelte Hackett eine musikalische Sprache voller Atmosphäre, Melancholie und erzählerischer Tiefe. Genau diese Qualitäten haben seine Konzerte in den vergangenen Jahren zu gefeierten Ereignissen gemacht – nicht als reine Nostalgieshows, sondern als lebendige Wiederaneignung eines musikalischen Erbes.

Dass seine Aufführungen der klassischen Genesis-Stücke bei Fans Kultstatus genießen, liegt vor allem daran, dass Hackett diese Musik nicht museal behandelt. Die Stücke atmen, verändern sich, gewinnen neue Farben. Immer wieder gelingt ihm der Spagat zwischen Werktreue und spontaner Spielfreude. In Fanforen und sozialen Netzwerken wird seine aktuelle Tournee geradezu euphorisch diskutiert; Besucher berichten von emotionalen Aufführungen von „Firth of Fifth“, „Supper’s Ready“ oder „The Cinema Show“, die dem Geist der Originale erstaunlich nahekommen und dennoch frisch wirken. (reddit.com)

Die Kölner Philharmonie bietet dafür den idealen Rahmen. Anders als in klassischen Rockarenen entfalten Hacketts detailreiche Arrangements hier eine beinahe kammermusikalische Intensität. Die Transparenz des Saals kommt besonders den komplexen Klanglandschaften seiner Musik zugute – den flirrenden Zwischentönen ebenso wie den majestätischen Steigerungen, die Genesis einst zu einer der bedeutendsten Bands des Progressive Rock machten.

Begleitet wird Hackett erneut von einer hochkarätigen Band, deren Mitglieder längst selbst feste Größen der internationalen Prog-Szene sind. Sänger Nad Sylvan verleiht den Genesis-Klassikern mit seiner ausdrucksstarken Stimme eine eigene Note zwischen Theatralik und emotionaler Präzision. Bassist Jonas Reingold sorgt für jene dynamische Eleganz, die den oft komplexen Kompositionen ihre Beweglichkeit gibt, während Multiinstrumentalist Rob Townsend mit Saxofon, Flöten und Keyboards zusätzliche Klangfarben einbringt. Neu dabei sind der schwedische Keyboarder Lalle Larsson sowie Schlagzeuger Felix Lehrmann, die frischen Wind in die Besetzung bringen. (koelner-philharmonie.de)

Das Programm der Tour konzentriert sich auf „Genesis Greatest Hits“ sowie Höhepunkte aus Hacketts umfangreicher Solokarriere. Gerade diese Verbindung macht den Reiz seiner Konzerte aus. Denn neben den legendären Genesis-Kompositionen zeigen seine Soloarbeiten, wie konsequent Hackett seinen musikalischen Weg weiterentwickelt hat – zwischen Progressive Rock, Weltmusik, Jazz, Klassik und atmosphärischen Klangexperimenten. Seine Musik besitzt dabei eine zeitlose Qualität: Sie wirkt weder retro noch angepasst, sondern folgt unbeirrbar einer eigenen ästhetischen Vision.

Für Köln dürfte der Abend zu einem der musikalischen Höhepunkte des Frühjahrs werden. Denn Hacketts Konzerte ziehen längst nicht nur eingefleischte Prog-Rock-Enthusiasten an. Auch jüngere Hörer entdecken zunehmend die dramaturgische Kraft und musikalische Abenteuerlust jener Genesis-Jahre, die in der heutigen Poplandschaft selten geworden sind. Wo viele aktuelle Produktionen auf schnelle Effekte setzen, entfalten Hacketts Kompositionen Geduld, Dynamik und Atmosphäre – Qualitäten, die live eine besondere Wirkung entfalten.

Das Konzert beginnt am Sonntag, dem 24. Mai 2026, um 20 Uhr in der Kölner Philharmonie. Karten sind in verschiedenen Preiskategorien erhältlich. (koelner-philharmonie.de)