Wardress „Dress For War“ – Old School Heavy Metal aus Nürtingen

Wardress ist eine klassische Metalband aus Nürtingen, die mit Dress for War ihr Debüt herausbringen, nachdem sie sich mal vor 35 Jahren gegründet hatten. Die Band ist sicherlich nicht schlecht, vor allem Gitarrist Alex Gor könnte aus seinen Fähigkeiten mehr machen. Sänger Erich Eysn gerät oft an seine Grenzen, vor allem mit seinem starken deutschen Akzent. Die Band ist live auf so manchem Festival bestimmt ein Gewinn, aber eine überregionale Bedeutung wird wohl ausbleiben.

Von Dylan Cem Akalin

Ursprünglich 1984 gegründet, war für Wardress aus Nürtingen gut ein Jahr später wieder alles aus – „aus persönlichen Gründen“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Als Gitarrist Alex Gor 2018 im Keller ein Tape mit alten Proberaumaufnahmen in die Hände fiel, entstand in ihm der Wunsch, die Band wieder zum Leben zu erwecken. Sänger Erich Eysn war sogleich dabei, nur die anderen Jungs von damals waren nicht mehr aufzutreiben. Mit zwei neuen Leuten – Mirco Daugsch (Bass) und Andy Setter (Drums) – wurden nun die alten Songs überarbeitet und ein paar neue kamen auch dazu.

Die Musik: Old School Heavy Metal, fest verwurzelt in den achtziger Jahren und stark beeinflusst von der Musik von Iron Maiden, Judas Priest, Manowar und Savatage. Sänger Erich gibt sein Bestes, aber man hat so manches Mal schon Angst um seinen Kehlkopf.

Gitarren erinnern an Black Sabbath

Mit über sieben Minuten Länge ist „Thou Shalt Now Kill“ das längste Stück im Sortiment und ein melodisches Mid-Tempo-Epos. „Thou Shalt Now Kill“ ist ein gleichermaßen eindringlicher und bedrohlicher Marsch mit manchmal unheimlichen Gesangsdarbietungen.

Die Titel klingen bedrohlich und aggressiv. „Atrocity“ ist ein wütender Ritt durch die Nacht, härter als die anderen Stücke. „Werhen“ ist ein  mittelschneller Marsch von milder Angriffslust. Die schweren Gitarren erinnern an Black Sabbath, oft auch an Metallica, Erichs kehlige Stimme reibt hier sehr schön die heiße Luft an. Die Gitarren indes begeistern von mal zu mal mehr: traditioneller Heavy Metal der 80er Jahre in seiner Bestform. „Metal League“ liegt da schon sehr nah an Judas Priest und Iron Maiden.

Insgesamt ist Dress for War ein gar nicht mal so schlechtes Album und eine nette Hommage an den Heavy Metal der achtziger Jahre, aber in vielem einfach zu vorhersehbar.