Der britische Musiker James Blake veröffentlicht heute sein neues Album „Trying Times“ zusammen mit den Fokussingles „Trying Times“ und „Doesn’t Just Happen“ (feat. Dave). „Ich glaube, es ist das beste Album, das ich je gemacht habe„, äußerte sich der Grammy-Gewinner kürzlich. „Trying Times“ ist gleichzeitig das erste Album, das Blake über sein eigenes Label Good Boy Records im Vertrieb von Virgin Music veröffentlicht.
Ein Album, entstanden aus Transformation – gesellschaftlich wie privat
„Trying Times“ entstand über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren und ist ein zutiefst persönliches Werk, das zugleich den Nerv einer ganzen Generation trifft. Zwischen kreativer Selbstermächtigung, gesellschaftlichen Umbrüchen und innerer Neuorientierung reflektiert Blake die Spannungen unserer Gegenwart und findet darin Momente von Hoffnung, Intimität und emotionaler Klarheit.
Nach über einem Jahrzehnt im Major-Label-System schlug er 2024 mit der Gründung von CMYK Records ein neues Kapitel auf. Die künstlerische Unabhängigkeit prägt auch „Trying Times“: ein Album, das selbstbewusst nach innen blickt, statt äußeren Trends zu folgen. „Ich habe nicht nach außen gesucht – ich bin standhaft geblieben in dem, was ich bereits bin„, beschreibt Blake seinen kreativen Ansatz.
Menschlichkeit in herausfordernden Zeiten
Musikalisch verbindet das Album eine elektronische Sensibilität mit emotionaler Wärme, orchestralem Tiefgang und seiner unverkennbaren Stimme, die ebenso intim wie kraftvoll klingt. Inhaltlich bewegt sich „Trying Times“ zwischen gesellschaftlicher Überforderung, digitaler Entfremdung (bzw. dem Einfluss unseres digitalen Lebens auf Beziehungen) und der Frage, wie Empathie und Menschlichkeit in herausfordernden Zeiten bewahrt werden können.

Auf 13 Tracks entfaltet sich ein Werk, das gleichermaßen introspektiv wie verbindend wirkt. Unterstützt von langjährigen Wegbegleitern (Dave und Monica Martin) entstand ein Album, das Blake als sein bislang vollständigstes bezeichnet – eine Verbindung künstlerischer Reife und persönlicher Klarheit. Zuletzt setze er mit der Single „I Had a Dream She Took My Hand“ ein weiteres Zeichen für dieses Album, das zu seinen intimsten und zugleich zeitgeistigsten Werken zählt.
Kollaborationen von Beyoncé bis Kendrick Lamar
Mit einer Mischung aus Electronica, Soul, Hip-Hop und Alternative-R&B hat James Blake den Sound moderner Musik maßgeblich geprägt. Er gewann zwei Grammys bei neun Nominierungen, einen Mercury Prize und einen Ivor Novello Award. Über sechs wegweisende Studioalben hinweg hat sein Katalog mehr als 2,2 Milliarden Streams erreicht.
Das Album „Assume Form“ (2019) mit Features von Rosalía und Travis Scott wurde international gefeiert, gefolgt von seinem bislang höchsten Charteinstieg mit „Friends That Break Your Heart“ (2021). Seine transzendenten Vocals und visionären Produktionen haben ihn zu einem gefragten Kollaborationspartner für Beyoncé, Frank Ocean, SZA, Rosalía, Kendrick Lamar, Travis Scott und viele mehr werden lassen.
Album
James Blake – „Trying Times„
Fokussingles: „Trying Times“ (USA2P2565566) + „Doesn’t Just Happen“ (feat. Dave) [USA2P2565570]
Genre: Alternative / Pop / R&B / Soul
Release Date: 13.03.2026
Label: Good Boy Records
Vertrieb: Virgin Music Group

Live
James Blake
16.03.2026 – Berlin – Lido (Konzert)
17.03.2026 – Berlin – Prinz Charles (DJ-Set)
15.10.2026 – Berlin – Astra Kulturhaus
18.10.2026 – Köln – E-Werk
Tracklist
01. Walk Out Music
02. Death of Love
03. I Had A Dream She Took My Hand
04. Trying Times
05. Make Something Up
06. Didn’t Come To Argue (feat. Monica Martin)
07. Days Go By
08. Doesn’t Just Happen (feat. Dave)
09. Obsession
10. Rest Of Your Life
11. Through The High Wire
12. Feel It Again
13. Just A Little Higher
Biografie
Auf dem Cover von James Blakes siebtem Album „Trying Times“ sehen wir den Musiker im Schatten, umgeben von Porzellantellern, die auf hohen, schmalen Spindeln um ihn herumwirbeln. Mit einer Hand streift er behutsam einen der Teller, während er die andere hebt – als würde er sich darauf vorbereiten, ein Orchester zu dirigieren.
„Es ist die perfekte Verkörperung dessen, wie sich das alles angefühlt hat„, sagt Blake über die vergangenen zweieinhalb Jahre, in denen er an seinem neuesten Album gearbeitet hat. „Ich habe ein Album geschrieben, ich habe für andere Künstler produziert, ich bin unabhängig geworden und habe mich selbst gemanagt. Ich war 24/7 am Telefon.„
Doch während „Trying Times“ eine tief empfundene Reflexion dieser Achterbahnfahrt in Blakes Leben und Karriere ist, ist es zugleich ein nach außen gerichtetes, großzügiges Werk. Ja, es spricht all die Verwirrung und das Chaos an, aber auch die Hoffnungsschimmer, die jeder in seinem Umfeld – Fans, Freunde, Kollaborateure – in diesem turbulenten Moment der Geschichte gespürt hat.
„Es war einer der schwierigsten Momente meines Lebens, aber ich bin sehr stolz auf mich, dass ich ihn überstanden habe„, sagt Blake. „Mich selbst auf diesem Cover zu sehen, wie ich all diese Teller jongliere und gleichzeitig eine Symphonie dirigiere, fühlte sich genau so an, wie ich gelebt habe. Die Symphonie war nicht unbedingt nur musikalisch. Es ging darum, all diese unterschiedlichen Philosophien zu koordinieren, um mich kreativ und spirituell zu emanzipieren – und hoffentlich auch andere.„
Über sechs Studioalben hinweg hat Blake seine Position als einer der führenden und einflussreichsten Musiker seiner Generation gefestigt. Seinen Durchbruch hatte er an der Schwelle zu den 2010er-Jahren mit einer Reihe von EPs, die innovative, rastlose elektronische Beats mit der warmen, honigsatten Klangfarbe seiner Stimme verbanden und dabei eine unverwechselbare, ständig wechselnde Mischung aus Sounds integrierten – von R&B über Soul bis hin zu einer schwindelerregenden Vielzahl an Dance-Subgenres.
Sein selbstbetiteltes Debütalbum aus dem Jahr 2011 erreichte die Top 10 in Großbritannien und wurde für den Mercury Prize nominiert; zwei Jahre später gewann er diesen für sein zweites Album „Overgrown“. Auch seine Arbeit als vielseitiger und hochgradig kollaborativer Songwriter und Produzent ist bemerkenswert: Er arbeitete mit Künstlern wie Beyoncé, Frank Ocean, SZA, Rosalía und Kendrick Lamar und war an einigen der prägendsten Alben unserer Zeit beteiligt. In jüngerer Zeit erhielt er große Anerkennung für seine umfangreiche Zusammenarbeit mit Dave auf dessen begeistert aufgenommenem Album „The Boy Who Played the Harp“ (2025) sowie für seine Arbeit mit Ludwig Göransson am rekordbrechenden Film Sinners von Jordan Peele.

Es war also eindeutig eine geschäftige und zutiefst transformative Phase. Im vergangenen Jahr zog Blake nach einem Jahrzehnt in Los Angeles zurück nach London. Nach der Veröffentlichung seines Grammy-nominierten siebten Albums „Playing Robots Into Heaven“ im Jahr 2023 beschloss Blake außerdem, seine Karriere selbst in die Hand zu nehmen, nachdem er über ein Jahrzehnt im Major-Label-System verbracht hatte.
2024 gründete er CMYK Records, benannt nach seiner bahnbrechenden EP aus dem Jahr 2010. Über das Label erschienen die Solo-EP „CMYK 002“ sowie ein warm aufgenommenes Kollaborationsalbum mit Lil Yachty. Und nun ist Blake endlich bereit, die Menschen in die Welt von „Trying Times“ einzuladen: sein bislang intimstes, bewegendstes und klanglich innovativstes Album. „Ich habe auf diesem Album nicht nach außen gesucht – ich bin standhaft geblieben und war selbstbewusst in dem, was ich bereits bin„, erklärt er. „Die Inspiration für diese Platte, was musikalische Referenzen oder Einflüsse betrifft, waren nicht die großen Alben der Vergangenheit. Es war teilweise meine eigene Musik.„
Er nennt das 2013 erschienene „The Colour in Anything“ als ein Album, das für die Entstehung des neuen Werks entscheidend war. „Es war ein unperfektes Album, aber es war so persönlich und wahrhaftig. Und ich denke, deshalb ist es wahrscheinlich mein Lieblingsalbum in meinem Katalog.“ Nun jedoch habe „Trying Times“ diesen Platz eingenommen: „Für mich fühlt es sich an, als würde ich dem gerecht werden, was ich damals gern geschafft hätte.„
Im Verlauf der 13 Tracks des Albums erforscht Blake die sich verschiebenden Grundlagen des Lebens an einem dramatischen Wendepunkt der Geschichte. Mit außergewöhnlicher Ehrlichkeit und Anmut bringt er die extreme mentale und emotionale Belastung der Gegenwart zum Ausdruck – aber auch, wie Liebe und Freundschaft sowie die kleinen alltäglichen Akte der Freundlichkeit, die diese Beziehungen prägen, lindernd wirken können.
Blake lud zahlreiche Freunde ein, Teil des Albums zu sein: Dave liefert auf „Doesn’t Just Happen“ eine typisch eindringliche, seelenoffene Strophe, während die aufstrebende Sängerin Monica Martin mit ihren beschwingten Melodien vor den schwebenden Streichern von „Didn’t Come to Argue“ herausragt. Auf dem Titelsong, mit seinem wiegenden Schlagzeugrhythmus und der sanft gezupften, sich wiederholenden Gitarrenlinie, klang Blakes Stimme nie dynamischer. „I’m an eyesore, you’re a sight for sore eyes„, singt er und wechselt zwischen einem satten Tenor und einem flatternden Falsett. „You’re the life force I would die for, stay alive for / As we go through trying times.„
Auf der Leadsingle „Death of Love“ wird seine Stimme zu einem digital verfremdeten Zittern über wässrigen Synthesizern und dem unheimlichen Gesang eines Chors manipuliert, während er eine melancholische Geschichte von Isolation und Entfremdung erzählt. „‚Death of Love‘ handelt davon, wie Menschen Empathie füreinander verlieren, von der Informationsüberflutung und davon, dass Menschen einander aus den Augen verlieren„, erklärt Blake. „Wie viele Gespräche hast du jemals offline geführt, die denen ähneln, die du online siehst? Unglaublich selten. Tatsächlich – wenn Gespräche im echten Leben so hässlich werden, dann erschüttert das doch das Gefüge der Normalität, oder nicht?„
Diese Frage stellte sich Blake während der Entstehung des Albums immer wieder. Obwohl er den Nutzen sozialer Medien als Werkzeug für Aktivismus und Engagement nicht leugnet, forderte er sich selbst heraus, diese Gefühle und Frustrationen direkt in Musik zu kanalisieren, in der Hoffnung, dass sie auf ihre eigene Weise ebenfalls wirksam sein kann. „Ich kann Dinge durch ein Lied besser sagen als in einem Tweet. Ich habe versucht, mich auf das zu konzentrieren, was ich am besten kann„, erklärt er.
Er tritt nun selektiver in diesen öffentlichen Raum ein, um sicherzustellen, dass die Themen, die ihm besonders am Herzen liegen – insbesondere Künstlerrechte und psychische Gesundheit – die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. „Es gibt natürlich Themen, über die man unbedingt sprechen muss„, fährt er fort. „Aber es gibt auch ein Karussell unterschiedlicher Probleme, die genauso wichtig sind. Und ich denke, die Eindringlichkeit meiner Worte wird oft am besten durch Musik spürbar.„
Ganz im Sinne dieser Haltung blieb Blake während der Entstehung von „Trying Times“ offen und durchlässig für alle Möglichkeiten: Er nahm die schwindelerregenden Ereignisse um sich herum auf, sowohl in der Welt insgesamt als auch auf persönlicher Ebene, und verwandelte sie in poetische Ausdrucksformen von Freude und Trauer, Hoffnung und Furcht, Nähe und Isolation.
„Es gab so viele gesellschaftliche Veränderungen in der Zeit, in der ich dieses Album gemacht habe, dass es Sinn ergibt, dass die Platte eine Weile gebraucht hat, um ihren Stand zu finden„, sagt er über die zweieinhalbjährige Entstehungszeit. „Das ist für mich gar nicht so lang – ich denke, ein wirklich großartiges Album sollte eine angemessene Zeit brauchen.“ Ein Großteil der Platte entstand in Peter Gabriels Real World Studios in Somerset, eine ländliche Umgebung, die Blake ermutigte, das Album zu öffnen und Licht hereinzulassen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.
„Manche Menschen lieben einfach einen dunklen Raum ohne Fenster, um die Außenwelt auszublenden und zu erschaffen – das habe ich früher auch gemacht„, sagt er. „Aber heutzutage liebe ich einen Ort mit natürlichem Licht und etwas, worauf ich draußen schauen kann.“ Ebenso entscheidend für Textur und Fluss des Albums waren die Beiträge seiner langjährigen Kollaborateure Dom Maker, Rob McAndrews, Ben Assiter sowie seiner Partnerin Jameela Jamil. Er beschreibt die Gruppe als seine „musikalische Familie“.
„Das sind die Menschen, die mich am besten auf der Welt verstehen, nicht nur aus künstlerischer Sicht„, sagt Blake. „Es gibt Momente, in denen ich mich so sicher fühle, dass ich kreativ vollkommen ich selbst sein und frei erkunden kann. Und ich denke, wenn man das findet, ist das der heilige Gral.“ Besonders hebt er Jamils „konstante und unerschütterliche Hingabe an Qualität“ hervor. Ihr Perfektionismus und ihre stetige Ermutigung hätten seine Kunst auf ein neues Niveau gehoben.
„Ich glaube, es ist das beste Album, das ich je gemacht habe„, sagt er fröhlich. „Und es ist mir sogar egal, was die Leute davon halten. Ich brauche keine Bestätigung oder Widerlegung meiner Gefühle zu diesem Album. Ich fühle vollkommenen Frieden damit. Ich empfinde völlige Klarheit, wenn ich es höre. Es fühlt sich an wie eine Zusammenführung all dessen, was ich gelernt habe – eine Präsentation all meiner Tricks, aber vor allem all der spirituellen Lektionen, die ich mir angeeignet habe.„
Wie würde er einige dieser spirituellen Lektionen beschreiben? „Ich denke, eine der Lektionen ist, nicht nach außen zu schauen oder dort zu suchen. Ich habe bei diesem Album nicht nach außen gesucht. Ich bin standhaft und selbstbewusst in dem geblieben, was ich bereits bin.“ Und damit sind wir wieder beim Titel: „Trying Times“.
Ja, er fängt den Geist der Platte treffend ein, sowohl in Bezug auf die Umstände ihrer Entstehung als auch auf die tektonischen Verschiebungen in der Welt, die ihren Inhalt geprägt haben. (Blake weist darauf hin, dass im Titel ein sehr britischer, trockener Humor mitschwingt – eine fast euphemistische Untertreibung: „Man schaut auf die Welt um uns herum, auf die schrecklichen Dinge, die passieren, und sagt: ’schwierige Zeiten‘„, sagt er mit einem leisen Lachen.)
Doch es ist auch eine Erinnerung, für die Hörer ebenso wie für Blake selbst, dass die Zeit weitergeht und Veränderung möglich ist. Eine Erinnerung, wie Blake es prägnant ausdrückt: „Auch das wird vorübergehen.“ Genau dieser Geist macht „Trying Times“ zu einer so kraftvollen Reflexion unserer Zeit – und letztlich zu etwas Hoffnungsvollem. „Ich schätze, wenn man Künstler ist, ist das irgendwie der Job, oder?„, fügt Blake hinzu. „Wenn du die Realität nicht widerspiegelst, dann stehst du außerhalb von ihr.“ (Quelle: SureShot Promotions)