Salif Keïta veröffentlicht mit „So Kono“ ein intimes Gitarrenalbum – eine musikalische Rückkehr zu seinen Wurzeln

Salif Keita FOTO: Simba Takaedza

Am 11. April 2025 erscheint mit „So Kono“ ein Album, das in Salif Keïtas langer Karriere eine Zäsur markiert: ein (fast) reines Solo-Gitarrenwerk, wie es der „goldene Stimme Afrikas“ bislang undenkbar schien. Einst lehnte Keïta reine Akustik-Alben ab – bis sich im Laufe der Jahre zarte Solostücke wie von selbst in seine Konzerte einschlichen. So Kono, entstanden in nächtlicher Stille im Hof seines Moffou Studios in Bamako, ist eine spirituelle Heimkehr, eine Hommage an seine Jugend, an die Menschen, die seine Musik trugen – und an die Gitarre, die ihm seit jeher Atem und Erinnerung zugleich ist.

Am 11.04.2025 wird ein (fast) Solo-Gitarren-Album namens So Kono von Salif Keïta bei No Format veröffentlicht. Es ist eine Besonderheit in der langen Karriere des Musikers, denn Solo-Akustikalben lehnte der bekannte Musiker zuvor immer ab, bis sich Solostücke langsam aber beständig begannen, in seine Konzerte einzuschleichen, gerade so als ob er atmen wollte: „Selbst in einer Menschenmenge fühle ich mich ohne Gitarre allein“, denn sein Lieblingsinstrument versetzt ihn in die Zeit seiner Jugend zurück. Als Albino-Nachkomme des Herrschers Sundiata Keïta widersetzte sich Salif mit seinem Gesang schon früh den Konventionen der Mandinka-Gesellschaft, die Musik als Schande für Hochwohlgeborene ansah.

Salif Keita FOTO: Lucille Reyboz

Salif Keïta musste dafür einen Preis zahlen, Kaum erwachsen und von seinem Vater verstoßen, verließ er sein Dorf und zog durch die Straßen, Märkte und Bars der Hauptstadt, wo er seinen Lebensunterhalt mit seiner Stimme und einer Behelfs-Gitarre verdiente. Aus seinem Traum Lehrer zu werden, wurde durch die Widrigkeiten des Lebens stattdessen ein Rock-Musiker. Die Gitarre versetzt ihn unweigerlich in diese schwierigen Jahre seiner künstlerischen und persönlichen Entwicklung zurück. Während er tiefe, zarte Töne auf dem Instrument anschlägt, erinnert er sich an all jene, die seine Musik in ihren Höfen und Bars willkommen hießen. Die Noten sind wie die vielen Gesichter, die sich in sein Gedächtnis eingebrannt haben. Salif Keïta hat nie den Mandinka-Ehrenkodex vergessen, in dem die Undankbarkeit eine der schlimmsten Sünden überhaupt ist.

Entstanden ist das Werk wie fast alle seine Lieder zu nächtlicher Stunde im Hof seines selbstdesignten Moffou Studios in Bamako. Allein spielt er mit einer Gitarre stundenlang ein Riff oder einen simplen Akkord, und daraus entwickelt sich dann eine Idee, eine Melodie findet ihren Weg in seine Stimme, und Worte werden zahllose Male wiederholt, präzisiert und nochmals verfeinert, bis sie dem perfekten Tempo und der Intonation des Stücks entsprechen. In der Abendbrise gebären Salif Keïta und seine Gitarre wahre Schönheit.

am Mittwoch, 29.01.2025 erscheint die zweite Single „Tassi“ mit Julia Sarr und Olyza Zamati (Backing Vocals) : Ein Lied über das Mitgefühl für eine Freundin, die ihr einziges Kind verloren hat, und für alle, die einen Verlust betrauern. Aber auch ein Aufruf an die Trauernde trotz ihres immensen Schmerzes nach vorne zu schauen, wie Salif singt: „Tassi, du musst damit aufhören, Selbstgespräche zu führen, du musst aufhören alleine zu gehen, es ist nicht gut alleine zu sein. Diese Tragödie war Gottes Werk und du musst es akzeptieren (und dir dein Leben zurückholen).“

Tourdaten:

Salif Keïta ist ab Mai auf Konzerttournee in Europa, darunter sind auch folgende Termine in Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg:

22.05.2025 LX-Luxembourg / Philharmonie

27.05.2025 NL-Amsterdam / Het Concertgebouw

28.05.2025 Berlin / Haus des Rundfunks & Großer Sendesaal

Besetzung:

Salif Keïta – Gitarre, Vocals, Simbi („Proud“)

Badié Tounkara – Ngoni („Awa“, „Chérie“, „Soundiata“)

Mamoudou Kone dit „Prince” – Calabash, Tama („Awa“, „Chérie“, „Soundiata“)

Clément Petit – Cello („Chérie“, „Awa“)

Julia Sarr, Olyza Zamati – Background Vocals („Tassi“)