Am Mittwoch startet das Crossroads-Festival mit Fischer-Z

John Watts. FOTO: Harmonie/OLEG PULEMJOTOV

Dass der erste Tag des Frühjahrsfestivals Crossroads direkt ausverkauft sein würde, war zu erwarten. Am Mittwoch, 9. März 2016, startet der viertägige Ausflug mit dem Rockpalast in der Endenicher Harmonie. Die Doppelkonzerte beginnen jeweils um 19 Uhr.

Fischer-Z mit dem charismatischen Mastermind John Watts, die große Ikone des politischen New Wave, zieht immer noch, und Watts hat was zu sagen. Das Kratzbürstige ist zwar aus den musikalischen Arrangements weitgehend gewichen, inhaltlich aber auf keinen Fall. Auf seinem aktuellen Album „This Is My Universe“ singt er über die Bergarbeiterstreiks in der 1980er Jahren („Marhta Thargill“), die Londoner Krawalle von 2001 („Winston“) oder taucht  in die Psyche eines Amokläufers ein („Tales Of Bales“). Als zweite Band gibt es The Deaf zu hören. Die Niederländer haben sich dem rohen Rockmaterial der 1980er Jahre verschrieben: Garagenrock trifft auf The Who.

Wucan. FOTO: Promo/Harmonie
Wucan. FOTO: Promo/Harmonie

Wer den Jam-Rock der 1970er Jahre liebt, wer den ungeschliffenen Sound von Bands wie der niederländischen Progressive-Rock-Band Focus oder den Krautrock a la Birth Control mag, der sollte Wucan aus Dresden am Donnerstag auf keinen Fall verpassen. Francis Tobolskys spröder, einnehmender Gesang ist von schnörkelloser Anziehungskraft. Ohrwurm: „Face In The Kraut“. Auch das isländische Trio Vintage Caravan sieht seine Wurzeln eher im Rock von Cream oder Black Sabbath: Rifforientierter Rock mit Anklängen zum Psychedelic Rock der frühen King Crimson – nicht nur für Headbangers.

Der Freitag bietet mit Thorbjørn Risager & The Black Tornado aus Dänemark und dem New Yorker Steve Waitt ein unfassbar kostbares Programm. Risagers tiefschwarze Stimme, begleitet von einer coolen Hornbesetzter Band, kann niemanden kalt lassen, der noch ein Funken Feuer im Herzen trägt. Dänemark? Wer diese von  Blues, R&B, Rock, Jazz und Soul getragen Musik hört, kann es einfach nicht glauben. Und Steve Waitt? Wie soll man diese anspruchsvolle Singer/Songwriter besser beschreiben als James Blake trifft auf Jazz, Blues, Rock, Folk und Country, Musik voller intelligenter Emotionalität. Sicher einer der Highlights-Tage des Crossroads-Festivals.

Samstag wird es wieder rockiger: Dizzy Mizz Lizzy sind in der Rockszene kein unbeschriebenes Blatt. In den 1990er Jahren waren sie der erfolgreichste Rockexport Dänemarks. Der melodiegetragene Rock, bestimmt von gesättigten Riffs, feinen Gitarrenlinien und dem akkuraten Gesang von Frontmann Tim Christensen, hat Zugkraft. Als zweite Band steht My Baby auf der Bühne. Das Trio besteht aus dem neuseeländischen Gitarristen Daniel ›Da Freez‹ Johnston, dem niederländischen Drummer Josst van Dijck und seiner Schwester, Sängerin Cato van Dijck. Klassische Blues-Slide Gitarren treffen auf soulig-zarten Gesang, TripHop Beats auf Swamp Blues, Folk und Electronica. Von hypnotisierender Kraft: „Uprising“. (Cem Akalin)

My Baby FOTO: Harmonie/Promo
My Baby FOTO: Harmonie/Promo

Tickets für 17,50 Euro pro Tag (plus Vorverkaufsgebühr) gibt es in den BonnTicket-Shops der GA-Geschäftsstellen und unter www.bonnticket.de.