Nobbis Plattentipps: Jim Croce „You Don’t Mess Around With Jim“, Master Records, Japan-Pressung

Nobbi mit dem Jim Croce-Album vor seinem Laden in Bonn-Beuel. FOTO: MHC

Nobbis Plattentipps:
Jim Croce „You Don’t Mess Around With Jim“
Master Records, Japan-Pressung

Nobbi Schumacher stellt auf J&R regelmäßig besondere Platten vor oder solche, die er Plattenfans mal wieder in Erinnerung rufen möchte. Nobbi betreibt seit 22 Jahren einen Plattenladen in der Marienstraße 21, 53225 Bonn. Der leidenschaftliche Sammler ist dafür bekannt, Vinylfreaks fast jedes Schätzchen besorgen zu können. Der Laden ist jedenfalls eine echte Fundgrube für Plattenfreunde mit kleinem und großem Portemonnaie. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 10 bis 19 Uhr, samstags: 10 bis 18 Uhr.

Manche werden sich wundern, dass ich als bekennender Metalfan meine Tipps mit diesem Album beginne. Der Grund ist, dass dies eine ganz besondere Pressung aus Japan in hervorragendem Zustand ist. Die Platte wird jeden Audiophilen begeistern. Der Sound ist unglaublich. So mancher wird das vielleicht nicht zu schätzen wissen, aber gerade bei diesen eher ruhigen Stücken von Jim Croce kommt der Klang richtig zum Tragen.

Aber dieses Album gehört für mich auch zu den besonderen der Musikgeschichte. Jim Croce ist vielen gerade in Deutschland kaum bekannt. In den USA gilt der Singer/Songwriter bis heute als Monument, obwohl er leider nur sehr wenig veröffentlicht hat. Mit gerade einmal 30 Jahren starb Croce am 20. September 1973 bei einem Flugzeugabsturz. Vor fünf Jahren kam die erste autorisierte Biographie heruas, geschrieben von seiner Witwe Ingrid und ihrem zweiten Mann Jimmy Rock: „I Got a Name: The Jim Croce Story“ schlug dort unheimlich ein.

Sie habe sich schwergetan, die Geschichte ihres Mannes zu erzählen, schreibt sie. Sie wollte ihn so darstellen, wie er war: lustig und charismatisch und nachdenklich. Es sei ihr auch darum gegangen, die unruhige Seite ihres verstorbenen Ehemannes aufzudecken, einschließlich seiner Schwierigkeiten, sich damit auseinanderzusetzen, dass sie während ihres Studiums in Mexiko vergewaltigt wurde. „Es war schwer für ihn, weil es für mich so schwer zu verarbeiten war, denn damals waren Frauen die Schuldigen – egal, was passiert war. Es war diese Wut in ihm, die er nicht wirklich verstehen konnte.“

Auf diesem Album ist unter anderem der wunderschöne Song „Time in a Bottle“, der erst posthum zur Hitsingle wurde. Croce hatte die Lyrics geschrieben, nachdem seine Frau Ingrid ihm im Dezember 1970 gesagt hatte, dass sie schwanger sei. Die Plattenfirma wollte den Lied eigentlich nicht als Single veröffentlichen, aber als Croce im September 1973 ums Leben kam, hatten die Texte des Liedes plötzlich eine größere Relevanz, da sich der Text mit der Sterblichkeit beschäftigt und dem Wunsch, mehr Zeit zu haben. Die Single wurde ein Nummer-1-Hit, und nachdem die Single Anfang Januar 1974 ihren zweiwöchigen Lauf an der Spitze beendet hatte, stand die LP „You Don‘t Mess Around With Jim“ fünf Wochen auf Platz eins der Album-Charts.die Nummer 1.

Weitere Anspieltipps: „Walkin‘ Back To Georgia“, „Operator (That’s Not The Way It Feels)“ und „Photographs & Memories“.

Die Platte gibt es übrigens auch in herkömmlicher Pressung bei mir im Laden.