Von Dylan C. Akalin
Mit These Frightening Machines legt Katherine Priddy ihr bislang klanglich vielschichtigstes Album vor – ein Werk, das sich zwar weiterhin aus den Quellen des britischen Folk speist, diese Tradition jedoch mit bemerkenswerter Offenheit erweitert. Akustische Gitarren, dezente Streicher und fein austarierte Arrangements bilden das Fundament, doch die Songs wirken weniger wie klassische Folkminiaturen als wie zeitlose Meditationen über das Leben in einer fragilen Gegenwart.
Im Zentrum steht Priddys Stimme. Ihr Gesang besitzt eine stille Autorität: klar, warm und erzählerisch, ohne Pathos, aber mit einer Intensität, die unmittelbar berührt. Sie singt, um zu erzählen – mit einer Ruhe, die den Liedern etwas Nachdenkliches, fast Weises verleiht. Gerade diese Zurückhaltung öffnet Räume, in denen sich die Themen des Albums entfalten können.
Denn These Frightening Machines ist auch inhaltlich ein breites Panorama menschlicher Erfahrungen. Die Songs bewegen sich, wie Priddy selbst sagt, zwischen „Wut und Verzweiflung“ ebenso wie „Hoffnung, Sehnsucht und Lust“. Sie erzählen von Solidarität und Liebe, aber auch von Krankheit, Entfremdung und der Zerbrechlichkeit von Beziehungen. Immer wieder geht es um die Frage, wie man weitermacht, wenn Gewissheiten brüchig werden – und wie sich persönliche Verbindungen in einer Welt behaupten lassen, die oft eher trennt als verbindet.
Priddy beschreibt das Album selbst als eine Art offenes Nachdenken über das Erwachsenwerden. Sie habe gehofft, „bis zum dritten Album und meinem dritten Jahrzehnt alles herausgefunden zu haben“, sagt sie, nur um festzustellen, dass das Menschsein vielleicht gerade darin bestehe, „ein fortwährendes Werk in Arbeit zu sein“. Das Schlussstück endet deshalb bewusst mit einem Fragezeichen – als leiser Hinweis darauf, dass Antworten selten endgültig sind.
Musikalisch wird Priddy dabei von einer Reihe hochkarätiger Gäste unterstützt. Die amerikanische Singer-Songwriterin Torres steuert ein Duett zu „Madeleine“ bei, während Richard Walters in „I’m Always Willing“ zu hören ist. Zudem prägt der Alternative-Folk-Multiinstrumentalist Ben Christophers mit seinen subtilen Beiträgen viele der Arrangements.
So entsteht ein Album, das sich nicht in folkloristischen Gesten erschöpft, sondern eine still leuchtende, zeitlose Qualität besitzt. These Frightening Machines wirkt wie ein nachdenklicher Begleiter durch eine unsichere Welt – getragen von einer Stimme, die nicht behauptet, Antworten zu haben, aber den Mut besitzt, die richtigen Fragen zu stellen.
Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Albums wird Priddy im April und Mai diesen Jahres auf eine ausgedehnte Headliner-Tournee durch Großbritannien gehen. Im Oktober gibt Katherine Priddy ihr Debüt auf deutschen Konzertbühnen.
Katherine Priddy„These Frightening Machines” Label: Cooking Vinyl Vertrieb: Indigo VÖ: 06.03.2026 |
| These Frightening Machines track listing: 1. Matches 2. Frightening Machines 3. Sirius 4. Hurricane 5. Madeleine 6. Atlas 7. A Matter of Time 8. Table Four 9. I’m Always Willing 10. Could This Be Enough? |
Im Oktober geht Katherine Priddy erstmals auf Europatour
04.10. Hamburg, Nochtwache
09.10. München, Kranhalle
12.10. Stuttgart, Im Wizemann
13.10. Köln, Jaki
Katherine Priddy