Jethro Tull kehren mit der „Curiosity Tour“ in die Bonner Beethovenhalle zurück – Prog-Rock-Legenden zwischen Geschichte und Gegenwart

Ian Anderson's Jethro Tull 2019 in Bonn FOTO: Peter "Beppo" Szymanski

Jethro Tull kehren am 18. Dezember 2026 in die Beethovenhalle Bonn zurück. Im Rahmen ihrer „Curiosity Tour“ präsentiert die von Ian Anderson angeführte Formation ein Programm, das Vergangenheit und Gegenwart dieser außergewöhnlichen Band zusammenführt – und damit einmal mehr ihren Sonderstatus innerhalb der Rockgeschichte unterstreicht.

Für Bonn ist es ein Wiedersehen mit Tradition: Bereits 2014 gastierte die Band in der Beethovenhalle, während ihr Auftritt 2019 bei der „Classic Rocknacht“ auf dem KUNST!RASEN – gemeinsam mit Riverside und Fish – vielen Fans noch lebhaft in Erinnerung ist. Nun kehren Jethro Tull mit einer Tour zurück, die programmatisch auf Neugier, Rückblick und Weiterentwicklung setzt.

Von Bluesclubs zur Prog-Rock-Institution

Die Geschichte von Jethro Tull beginnt 1968 in London – mit ersten Auftritten im legendären Marquee Club. Rasch erspielte sich die Band eine treue Anhängerschaft in der britischen Clubszene, bevor sie beim Sunbury Jazz and Blues Festival desselben Jahres ihren Durchbruch erlebte. Was folgte, war eine Karriere, die sich konsequent jeder einfachen Kategorisierung entzog: Blues, Folk, Hard Rock und Progressive Rock verschmolzen zu einem eigenständigen Klangkosmos.

Alben wie „This Was“ (1968), „Stand Up“ (1969) oder das stilprägende „Aqualung“ (1971) machten Jethro Tull zu einer der prägenden Bands der 1970er Jahre. Spätestens mit dem konzeptionell angelegten „Thick as a Brick“ (1972) etablierten sie sich als kreative Speerspitze des Progressive Rock – stets getragen von Andersons unverwechselbarem Flötenspiel und seiner theatralischen Bühnenpräsenz.

Späte Phase und kreative Wiedergeburt

Nach wechselhaften Jahrzehnten und längeren Pausen meldete sich die Band in den 2020er Jahren eindrucksvoll zurück. Mit „The Zealot Gene“ (2022) erschien erstmals seit fast zwei Jahrzehnten ein neues Studioalbum unter dem Namen Jethro Tull – ein Werk, das musikalisch und thematisch an frühere Stärken anknüpfte, ohne sich in Retro-Gesten zu erschöpfen.

Der Nachfolger „RökFlöte“ (2023) vertiefte diesen Ansatz und verband nordische Mythologie mit komplexen Arrangements und markanten Flötenlinien – ein klares Statement dafür, dass Andersons kreative Energie ungebrochen ist.

Mit dem aktuellen Album „Curious Ruminant“ (2025), das auch der Tour ihren Namen gibt, führt die Band diesen Weg fort: verspielt, reflektiert und stilistisch offen, zugleich aber unverkennbar Jethro Tull. Die neuen Stücke stehen gleichberechtigt neben Klassikern und zeigen eine Band, die ihr Erbe nicht verwaltet, sondern aktiv weiterentwickelt.

Die „Curiosity Tour“ 2026

Das Bonner Konzert verspricht somit eine Reise durch fast sechs Jahrzehnte Bandgeschichte. Anderson wird dabei von einer eingespielten Besetzung begleitet: David Goodier (Bass), John O’Hara (Keyboards), Joe Parrish (Gitarre) und Scott Hammond (Schlagzeug). Gemeinsam entfalten sie ein Programm, das sowohl ikonische Werke als auch aktuelles Material umfasst – ergänzt durch visuelle Inszenierungen, die den dramaturgischen Anspruch der Musik unterstreichen.

Mehr als 60 Millionen verkaufte Alben und ein Katalog von inzwischen 24 Veröffentlichungen sprechen für sich. Doch entscheidend ist etwas anderes: Jethro Tull sind keine Band, die allein von ihrer Vergangenheit lebt. Ihre Musik bleibt in Bewegung – neugierig, eigenwillig und überraschend.

Termin: Freitag, 18.12.2026, 20:00 Uhr
Ort: Beethovenhalle, Bonn
Tickets: 53,00 € bis 85,00 € zzgl. Gebühren
Vorverkauf: exklusiv ab 20.03.2026, allgemein ab 23.03.2026

Tickets bei allen bekannten Vorverkaufsstellen 

www.bonnticket.de

www.eventim.de

Ein Abend also, der nicht nur für langjährige Anhänger Pflicht ist, sondern auch für all jene, die entdecken wollen, wie lebendig Progressive Rock im Jahr 2026 noch sein kann.