Freiheit im neuen Klanggewand – Terri Lyne Carrington & Christie Dashiell veröffentlichen “Freedom Day (Riley G Remix)”

CHRISTIE DASHIELL & TERRI LYNE CARRINGTON FOTO: Erik Bardin

Ein musikalischer Aufruf zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – erschienen auf Candid Records: Terri Lyne Carrington und Christie Dashiell veröffentlichen „Freedom Day“ (Riley G Remix), eine kühne Neuinterpretation ihrer gefeierten Single „Freedom Day“, die ursprünglich auf ihrem gefeierten Album We Insist! 2025 zu finden war. Der neue Remix verleiht dem kraftvollen Track durch eine zeitgenössische Klangbrille eine neue Dimension und verstärkt seine Botschaft, während er gleichzeitig den Geist der Originalaufnahme würdigt.

Ein moderner Freiheitsruf

Kaum eine Künstlerin verkörpert den Geist des progressiven Jazz so sehr wie Terri Lyne Carrington. Gemeinsam mit der herausragenden Sängerin Christie Dashiell präsentiert sie nun mit “Freedom Day (Riley G Remix)” eine kühne Neubetrachtung eines Klassikers. Der Remix erscheint im Rahmen des gefeierten Albums We Insist! 2025, das jüngst für den GRAMMY® Award 2026 in der Kategorie “Best Jazz Vocal Album” nominiert wurde – und stellt gleichzeitig eine Brücke zwischen Jazzgeschichte, Black Consciousness und zeitgenössischer Klangästhetik her.

LYNE CARRINGTON FOTO: Erik Bardin

Der Remix, erschienen pünktlich zum Black History Month, verleiht dem historischen Stück eine vibrierende Gegenwartsbedeutung. Produzent Riley G übersetzt die Komposition in eine moderne, pulsierende Klangsprache, in der sich Elektronik, Percussion und soulgetragene Stimmen gegenseitig befeuern. Das Ergebnis ist keine nostalgische Hommage – sondern ein künstlerisches Statement über Kontinuität, Widerstand und Erneuerung.

Ein Erbe, das klingt – und weiterklingt

Die Geschichte dieses Songs reicht tief in die amerikanische Jazz- und Bürgerrechtsbewegung hinein. “Freedom Day”wurde ursprünglich 1960 von Max Roach komponiert und gemeinsam mit Abbey Lincoln für das legendäre Album We Insist! Freedom Now Suite aufgenommen – ein Werk, das als klanggewordene politische Deklaration gilt.

Carrington und Dashiell antworten darauf 65 Jahre später mit We Insist! 2025, das den dialogischen Geist der Vorlage aufgreift und musikalisch erweitert. Wo Roach Trommeln als Waffe der Befreiung einsetzte, legt Carrington mit komplexen Polyrhythmen und genreübergreifenden Farben eine zeitgenössische Vision vor – tief verwurzelt in der Jazztradition, aber kosmopolitisch im Klang.

Der Remix von Riley G ist ein weiteres Kapitel dieser Erzählung: “Freedom Day (Riley G Remix)” öffnet die Botschaft für eine digitale Generation. Beats und elektronische Texturen verweben sich mit Dashiells Stimme, die zwischen Anklage, Gebet und Freude changiert. Es ist Musik, die drängt – vorwärts, nicht rückwärts.

We Insist! 2025 – Jazz als soziale Praxis

We Insist! 2025 ist weit mehr als ein Tribute-Album. Carringtons kuratorisches Konzept vereint ein beeindruckendes Ensemble von Mitstreitern, darunter Weedie Braimah, Milena Casado, Morgan Guerin, Simon Moullier, Matthew Stevens und als besonderer Gast: Julian Priester, der als einziger Musiker direkt an der Originalaufnahme von 1960 beteiligt war.

TERRI LYNE CARRINGTON & CHRISTIE DASHIELL FOTO: Erik Bardin

Ihre kollektive Energie lässt Jazz erneut als soziale Praxis begreifen – als aktiven Diskursraum, in dem Spiritualität, Protest, kollektive Heilung und Hoffnung ineinanderfließen. Musikalisch reicht das Spektrum von Gospel bis Neo-Soul, von Afro-Latin bis Blues, von träumerischer Meditation bis zu eruptivem Groove.

Carrington bezeichnet diese Arbeit als „call to action“ – ein Aufruf an Musikerinnen und Hörer, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und neue Narrative zu erschaffen. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen und politische Fragen erneut die Öffentlichkeit bestimmen, wirkt dieses Album wie ein kulturelles Kraftwerk der Empathie.

Candid Records – eine Geschichte des Gewissens

Dass dieses Projekt auf Candid Records erscheint, ist mehr als Symbolik. Gegründet 1960 von Nat Hentoff, war das Label von Anfang an ein Zuhause für Musiker, die Jazz als Ausdruck sozialer Verantwortung verstanden – von Charles Mingus bis Cecil Taylor.

Seit seiner Neubelebung 2021 hat Candid unter Leitung von Alan Bates nicht nur Klassiker neu aufgelegt, sondern auch die Gegenwart entscheidend geprägt: Mit Grammy-prämierten Künstlerinnen wie Terri Lyne Carrington, Eliane Elias, Wayne Shorter und dem Count Basie Orchestra zeigt das Label, dass Jazz weiterhin ein lebendiges, formendes Medium ist.

Fazit: Alte Fragen, neue Antworten

Mit “Freedom Day (Riley G Remix)” beweisen Terri Lyne Carrington und Christie Dashiell, dass Jazz nicht im Museum stattfindet, sondern mitten im Jetzt. Ihr Projekt We Insist! 2025 steht exemplarisch für eine Generation von Musikerinnen, die Tradition nicht zitieren, sondern transformieren.

Das Hören dieser Musik ist keine bloße ästhetische Erfahrung – es ist eine Einladung, zuzuhören, mitzudenken, weiterzufragen. Der Klang von Freiheit verändert sich – aber ihr Herzschlag bleibt derselbe.

Album: We Insist! 2025
Label: Candid Records
Nominiert für: GRAMMY® 2026 – Best Jazz Vocal Album
Empfohlener Track: Freedom Day (Riley G Remix)
Mehr Informationen: www.candidrecords.com