Mit der neuen Single „Half Immune“ öffnet die irische Singer-Songwriterin Ellie O’Neill ein leises, dennoch kraftvolles Kapitel ihrer musikalischen Reise. Der Song, aufgenommen in einer einzigen nächtlichen Session, spiegelt die fragile Balance zwischen Nähe und Distanz, Wandel und Beständigkeit wider. O’Neill, die in ihren Texten queere Selbstfindung, Erinnerung und Verlust verwebt, legt damit den Grundstein für ihr Debütalbum „Time of Fallow“ (VÖ: 20. März 2026) – ein poetisches Klangarchiv innerer Bewegung und emotionaler Klarheit.
Mit ihrem beeindruckendem Debütalbum „Time of Fallow“ (VÖ: 20. März), präsentiert Ellie O’Neill keine große Erleuchtung, sondern ein vielschichtiges Archiv aus Erinnerungen, Träumen und inneren Prozessen. Die Songs bewegen sich zwischen Loslassen und Festhalten – ein sensibles Austarieren von Vergangenheit und Gegenwart. O’Neill wird dabei zur Beobachterin ihres eigenen Lebens und begegnet ihren Erinnerungen mit Distanz, Fürsorge und tiefer Hingabe.
Musikalisch fließt das Album wie ein ruhiger, sich ständig verändernder Fluss: klar, leuchtend und voller feiner Bewegungen. Romantik und Trauer existieren nebeneinander, Melancholie und Hoffnung greifen ineinander. Ihre Songs folgen keiner linearen Dramaturgie, sondern einer queeren Zeitlogik – sie verweilen, nehmen sich Raum, entwickeln sich organisch und schlagen plötzlich neue Richtungen ein.
“Half Immune“
Begleitend zur Album-Ankündigung erscheint die neue Single “Half Immune“, ein intimer Song über Übergänge, Zwischenzustände und das Gefühl, sich mitten im Wandel zu befinden. Die nächtliche Aufnahme bewahrt bewusst ihre Unvollkommenheiten – inklusive Hintergrundgeräuschen und Störungen – und verstärkt so den Eindruck von Nähe und Verletzlichkeit.
Den Großteil von “Time of Fallow“ nahm O’Neill während der Pandemie innerhalb von zehn Tagen auf, nachdem sie zurück zu ihrer Familie nach County Meath gezogen war. Aufgewachsen in einem lebhaften Haushalt mit drei Brüdern, fand sie ihre musikalische Stimme oft nachts in der Stille – als Gegenpol zum Alltagstrubel. Beim Schreiben des Albums ließ sie erstmals einen intensiven Trauerprozess zu und erkannte schließlich, dass viele Songs weniger von einer anderen Person als von ihr selbst und ihrer Beziehung zur Welt erzählen.
Thematisch kreist das Album um queere Selbstfindung, verborgene Liebe und persönliche Emanzipation – eingebettet in eine Zeit gesellschaftlicher Veränderungen in Irland, vom Ja zur Ehe für alle bis zur Abschaffung des Abtreibungsverbots. Viele Texte basieren auf direkten Erinnerungen und Momentaufnahmen aus dieser Phase. Für O’Neill wurde das Songwriting zu einem Weg, die eigene Geschichte neu zu erzählen und sich als unabhängige Person zu definieren.
In der Tradition großer irischer Stimmen wie Sinéad O’Connor oder Dolores O’Riordan verbindet O’Neill beeindruckende stimmliche Klarheit mit emotionaler Tiefe. “Time of Fallow“ versteht sich dabei nicht als endgültiger Ankunftspunkt, sondern als fortlaufender Prozess – ein behutsames Durchforsten der eigenen Erinnerungen, getragen von Wiederholung, Ehrlichkeit und dem Mut zum Loslassen.