Fortnight Circus bringt ein tolles Progressive Rock-Album raus

Fortnight Circus FOTO: Promo

Progressive Rock aus München: Fortnight Circus bringt an diesem Freitag (12. Juli 2019) ihr neues Album „Artificial Memories“ raus. Fette Gitarrenriffs, ausgeklügelte Sythies sowie ein Mix aus Rap und Metal lösen gleich Assoziationen an Limp Bizkit oder P.O.D. aus. Die lyrische Seite erinnert an Dream Theater, das Hymnische an Linkin Park, und manchmal hört man sogar ein wenig Joe Jackson raus. Diese Einflüsse verpackt in komplexe Strukturen und ausgefeilte Spannungsbögen – das ist Fortnight Circus.

Von Dylan Cem Akalin

„Pandemonium (Ouverture)“ lässt noch nicht richtig erahnen, auf was man sich bei Fortnight Circus einlässt, die satten Riffs bei „Taking Over The Time“ deuten dann schon eindeutig den Weg. Ähnliches gilt auch für „Mirage“.

Klavier- und Keyboardlinien führen zu „A New Love“ ein, um dann aber in Rap-und Strukturen überzuwechseln. „The Tempted Long Shot“ ist eines dieser typischen Songs mit wahnsinnig vielen Wendungen und Wechseln in Struktur, Tempo und Ausdruck. Manchmal ist es vielleicht sogar ein wenig zu viel. Der Gesang mit Hena Khan bietet schöne Variationen. Im Chorus schrappt die Band ganz knapp an glattem Popausdruck vorbei.

Eines der Highlights ist „Daylight Shadows“

„Song Of Broken Words“ beginnt mit öligen Klavierklängen und geht durchaus als anspruchsvoller, emotionaler Popsong durch, auch wenn’s am Ende etwas härter wird. Trüb-grimmige Grundstimmung herrscht in „Obey The Voice Within“, dessen Intro mich entfernt an die Krautrock-Progressiverock-Band Triumvirat erinnert. Der Verlauf: eher unruhig.

Eines meiner Highlights ist „Daylight Shadows“. Der zweistimmige Gesang zu Beginn ist ein echter Genuss. Anspruchsvolle Musikalität in der dramatischen Struktur bestimmen dieses Stück edlen Songwritings. Die Band spielt auf den Punkt. Der Bass ist schön metallisch herausgearbeitet. Einige Sequenzen erinnern mich an frühe Genesis-Stücke. Und dann folgt auch noch ein genialer Gitarrenpart, den auch Steven Wilson nicht besser eingearbeitet hätte.

Ungeheure Präsenz

Sehr metallmäßig geht „Lucid Nightmare“ ab. Würde man das Album als Livekonzert beschreiben, würde ich schreiben, die Band wird immer besser. Auch hier beweist die Band als Ganzes eine ungeheure Präsenz mit starken Vocals und ausgeklügelten instrumentalen Akzenten, die die Synthies gegen Schluss noch mal ausbauen.

Sehr Dream Theater-mäßig startet „Devil Inside“, ryhthmisch verrückt, und der aggressive Rapgesang bringt noch mehr Härte rein. Der melodische Gesang mit den Shouts im Hintergrund, die dramatischen Drums und die Staccatofolgen der Rhythmusgitarre, die durchs Megaphone gesprochenen Sätze und entwirrenden Rockrhythmen am Ende machen das Stück zu einem Erlebnis.

Abwechslung bietet auch „Midnight Scar“, folgt vom hardrockigen „Absolut Zero“. Der Bonustrack „Of Angels & Agony“ entlässt mit schönem Piano- und Keyboardspiel. Der tolle Gesang erinnert hier tatsächlich leicht an Joe Jacksons ausgeprägte Intonation.

Dramatische Entwicklung

Insgesamt ein klasse Konzeptalbum, das die dramatische Entwicklung des Gregory erzählt „Songs zu schreiben, bei denen der Zuhörer die Komplexität gar nicht zwingend mitbekommt, obwohl sie allgegenwärtig ist, stellt eine echte Herausforderung dar und ist zugleich die größte Freude, die wir als Musiker haben“, sagt Schlagzeuger Nikolai Orlovius. „Anstatt auf unsere Lieblingsmusik zu verzichten, dient uns diese als Inspiration. Durch dieses Genre können wir unserer Kreativität freien Lauf lassen“, so Sänger Salim Khan, dessen Vocals hervorragend mit den Raps von Vocalist und Keyboard/Keytar Spieler Jakob Hafner harmonieren.

Band:
Jakob Hafner (Vocals/Keyboards), Salim Khan (Vocals), Geoffrey Jackowski, (Gitarre/Bass),
Nikolai Orlovius (Drums)

Label: My Redemption Records
Kontaktdaten:contact@fortnight-circus.com