Pinkpop 2019: Der dritte und letzte Tag ist voller Highlights, und Fleetwood Mac beenden das Jubiläumsfestival mit einem großartigen Konzert

Fleetwood Mac FOTO: Peter "Beppo" Szymanski

BossHoss, Bring Me The Horizon, The 1975, The Pretenders, Slash… Der dritte und letzte Tag von Pinkpop 2019 haut eine Sensation nach der anderen raus. Trotz des etwas durchwachsenen Wetters lassen sich die Fans ihre Partylaune nicht vermiesen. Das sorgte aber auch dafür, dass die Zelte stets prallvoll waren. Nicht nur bei Duncan Laurence, der hier ein Heimspiel hatte. Ein großartiger Tag, ein fantastisches Jubiläumsende im niederländischen Landgraaf.

Von Mike H. Claan

Nachdem Fleetwood Mac kürzlich eine Klage beigelegt hat, die der frühere Gitarrist Lindsey Buckingham, der Anfang 2018 aus der Gruppe entlassen worden war, gegen sie erhob, ist die Truppe wieder unterwegs. Nach einer furiosen USA-Tour sind sie jetzt in Europa. Buckingham wurde durch den Gründungssänger und Gitarristen von Crowded House Neil Finn und dem ehemaligen Heartbreakers-Gitarristen Mike Campbell ersetzt. Keine schlechte Wahl, wie sich am Montagabend erwies.

Fleetwood Mac FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski

Und: Hat diese Band eigentlich in den vergangenen 52 Jahren nur Hits rausgebracht? Von der Bühne werfen sie sie unters Publikum von Konfetti bei der Parade. Schon die ersten fünf Stücke lassen das Publikum in Freude schwelgen: „The Chain“, „Little Lies“, „Dreams“, „Second Hand News“ und „Say You Love Me“.

„Black Magic Woman“

Fleetwood Mac FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski

„In diesem nächsten Song kehren wir in unsere Geschichte von Fleetwood Mac zurück“, sagte Stevie Nicks und gab zu, dass sie „Black Magic Woman“ nur als 1970er-Hit von Santana kannte und dass sie, als sie 1975 der Gruppe beitrat, nicht wusste, dass das 1968 die erste Fleetwood Mac-Single war –geschrieben von Peter Green, der die Band 1970 verließ. Es ist und bleibt ein zeitloser, fantastischer Song.

Gitarrist Mike Campbell bleibt zufrieden im Hintergrund, während seine Bandkollegen die Hauptrolle spielen. Aber er schien sich wohlzufühlen bei dieser Band, und nirgendwo war das so offensichtlich wie bei „Black Magic Woman“, als er Nicks gegenüberstand und seine Soli spielte.

Der Auftritt war einer der Höhepunkte, als Neil Finn und der Mitbegründer und Bassist John McVie sich dem Schlagzeuger Mick Fleetwood zuwandten. Das Tempo des Songs änderte sich, als Christine McVie das Keyboard übernahm.

Ein schelmischer Mick Fleetwood

Fleetwood Mac FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski

Dieser Biss zeigte sich in „Oh Well“, einem gitarrenlastigen Track aus der Zeit vor Buckingham von Fleetwood Mac. Nicks, Keyboarderin / Sängerin Christine McVie und die beiden Background-Sängerinnen verließen die Bühne, als die Jungs mit Campbell als Lead-Sänger „Oh Well“ präsentierten. Er und ein schelmischer Mick Fleetwood spielten eine amüsante Stop-and-Start-Trommel – und ein Gitarren-Hin und Her.

Finns Begeisterung bei „Monday Morning“ war ansteckend. Fleetwood erinnerte sich daran, dass er vor langer Zeit ein Lied gehört hatte, das er liebte, ohne zu wissen, von wem es war. Es war Crowded Houses „Don’t Dream It Is Over“ war. „Es ist ein magisches Vergnügen, nicht nur das Lied, sondern auch den Mann vorzustellen, der es geschrieben hat“, schwärmte Fleetwood.

Ein strahlender Finn spielte auf einer Akustikgitarre das warmherzige „Don’t Dream It’s Over“. Nicks sang den letzten Vers mit.

„Albatross“ vom Band

Fleetwood Mac FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski

Der 71-jährige Fleetwood ist nach wie vor der Jungbrunnen von Fleetwood Mac. Neben dem zusätzlichen Schlagzeuger des Ensembles empfahl sich Fleetwood als Motor der Band. Bei „World Turning“ spielte er ein tolles Schlagzeugsolo. Christine McVie, Senior-Mitglied der Band mit 75 Jahren, stand bei „Say You Love Me“ und „You Make Lovin‘ Fun“.

Als Zugabe gab es das Tom-Petty-Cover „Free Fallin’“ und „Don’t Stop“. Mit „Albatross“ (leider nur vom Band) wurde das Publikum in die Nach entlassen.

The 1975, Slash mit Myles Kennedy und Michael Kiwanuka

The 1975 bei Pinkpop 2019 FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski

Und sonst? The 1975 gab sich rockiger als zuletzt bei ihrer Hallentour. Bei ihrer Show fiel ein heftiger Schauer übers Publikum. Frontmann Matthew Healy zeigt Mitgefühl mit seinen Fans und stellt sich mit ihnen in den Regen.

BossHoss scheinen den Geschmack der Holländer zutreffen. Superstimmung am Mittag.

Slash featuring Myles Kennedy begnügten sich mit „Nighttrain“ mit einem einzigen Guns-and-Roses-Stück und bewiesen, dass sie beide genügend Potenzial haben, um auf die alten Roses-Nummern zu verzichten. Ein klasse Auftritt.

Otis Redding? Michael Kiwanuka! Der Engländer hat eine brillante Stimme. Was ihn aber so besonders macht, ist, dass sie so authentisch hervorgeht wie einst bei Otis Redding.

Michael Kiwanuka FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski

Allein für „Don’t Get Me Wrong“ hätte sich der Besuch an der Bühne von The Pretenders gelohnt. Chrissie Hynde ist einfach umwerfend. Ich freue mich schon auf ihr neues Album. Tenacious D mit Jack Black und Kyle Gass sind immer eine Garantie für Spaß und Vollgasenergie.

Bring Me The Horizon

Bring Me The Horizon FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski

Bring Me the Horizon-Frontmann Oli Sykes ist schon ‚ne Type. Schon als er die Bühne betritt, fängt die Menge an zu jubeln. „Mantra“ war bereits einer der rockigsten Songs auf „amo“ und live klingt er gar noch viel härter, wobei die Mehrheit der Fans zu jedem Wort mitsang. Alle Zweifel, ob BMTH noch härter werden würde, wurden mit dem nächsten Song, dem knallharten „House of Wolves“ von Sempiternal aus dem Jahr 2013, schnell ausgerottet.

„That’s the Spirit“ war mit vier Songs gut vertreten. „Shadow Moses“, das sich mit seinem Gang-Vocal-Refrain als „Sempiternal“-Hymne herauskristallisiert hat, hatte aber wohl den größten Jubel unter den Fans ausgelöst. Wow-Auftritt mit einer der spektakulärsten Shows des Tages.

DeWolff

DeWolff FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski

Die niederländische Band DeWolff mit den Brüdern Pablo van de Poel (Gesang und Gitarre), Luka van de Poel (drums) und ihrem Freund Robin Piso (Keyboards) kennen wir ja bereits als exzellente Liveband. Die Jungs sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen – egal, wo sie auftreten. Auch beim Pinkpop-Festival bewiesen sie ihre fantastischen Live-Qualitäten. Sie waren kurzfristig für Marcus King eingesprungen.

Pinkpop 2020

Wir freuen uns schon auf Pinkpop 2020. Das findet dann tatsächlich etwas später als sonst statt: am 19, 20 & 21 Juni 2020. Bis dann!

Duncan Laurence FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
BMTH-Fans at Pinkpop 2019 FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Fans bei Tenacious D FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Tenacious D FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Tenacious D FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
The BossHoss FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
The BossHoss FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Fans bei The BossHoss FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Fans bei The BossHoss FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Jack Black FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
TD Jack Black FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Bring Me The Horizon FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Bring Me The Horizon FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Bring Me The Horizon FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
The 1975 bei Pinkpop 2019 FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
The 1975 bei Pinkpop 2019 FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
The 1975 FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Fleetwood Mac FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Fleetwood Mac FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
The BossHoss FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski


The 1975 bei Pinkpop 2019 FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
The 1975 bei Pinkpop 2019 FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
The 1975 bei Pinkpop 2019 FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
The BossHoss FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
TD FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Tenacious D FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski
Bring Me The Horizon FOTO: Peter „Beppo“ Szymanski