Berauschend: C‘mon Tigre und ihr Album „Racines“

C'mon Tigre FOTO: PROMO

C‘mon Tigre
Racines
Erscheint am 15. Februar 2019 Amazon
Label: Bdc / Indigo

Stellt Euch vor, Herbie Hancock würde ein Experiment eingehen und moderne Sounds mit traditionellem Musikvokabular aus verschiedenen Kulturen mixen und mit Künstlern aus unterschiedlichsten Musikszenen von New York über London bis Kairo und Mumbai kollaborieren. So ähnlich klingt C’mon Tigre, das Kollektivprojekt des Duos, das ungenannt bleiben will, um das Gemeinschaftliche ihrer Arbeit in den Mittelpunkt zu stellen. Am 15. März 2019 erscheint ihr neues Album „Racines“ (Wurzeln).

Von Lina Macke

Diese Musik hat etwas Berauschendes. Musik, die dir in den Kopf kriecht und dich wie eine Droge in einen meditativen Zustand versetzt. Unbestimmt, zeitlos, auf irritierende Weise heimatlos. „Es gibt nicht einen einzigen Ort, es gibt viele Orte. Es gibt nicht ein einziges Gesicht, sondern viele Gesichter. C‘mon Tigre begann im Mittelmeerraum zu leben und breitete sich bis in die Ecken der Metropolen der Welt aus. C‘mon Tigre spricht über die Faszination, die Afrika in einer Geschichte hat, die sich entlang einer Kurve zwischen San Diego und Bombay erstreckt. C‘mon Tigre sind zwei Menschen, gleichzeitig aber ein Kollektiv von Seelen“, erklärt das Duo, das ihre Identität durch die Zusammenarbeit mit Musikern aus aller Welt findet.

Ungewöhnliches Kollektiv

Wie schon bei ihrem Debütalbum (2014) haben sie für ihr zweites Album Racines ein ungewöhnliches  Kollektiv zusammengestellt. Der französische Titel steht für diese vielen „Wurzeln“, aus denen sie einem Pflanzenorgane gleich ihre lebenserhaltenden Mineralien und Nahrung ziehen und gleichzeitig Halt in der Erde finden. So entstehen ungewöhnliche und originelle Klangwelten. Auf Racines wirkten mit: Danny Ray Barragan alias DRB, Mick Jenkins, Pasquale Mirra, Beppe Scardino, Mirko Cisilino, Marco Frattini, Jessica Lurie, Amy Denio, Tina Richerson, Sue Orfield, Alessandro Rinaldi und Henkjaap Beeuwkes.

Bei „Racines“ kreuzen sich die Klänge des Mittelmeerraums, kreuzen sich und überschneiden sich mit einem Kaleidoskop anderer urbaner Klänge aus Dance, Hip-Hop, Jazz und Soul. Beim ersten Album mussten sie die Stücke für Live-Shows neu arrangieren und die synthetischen Teile ihrer Tracks hervorheben.

Sinnliche und hypnotische musikalische Reise

Diesmal haben sie es von Anfang an getan: „Die Komposition der Stücke beinhaltete sofort den Einsatz von Maschinen und Synthesizern als Grundlage für akustische Instrumente. Das Ziel war, das Terrain mediterraner Einflüsse neu zu verarbeiten, das zweifellos unser Ausgangspunkt war.“ Das Ergebnis ist eine Interaktion von Bass und Gitarren mit Holzbläsern, Synthies, Percussions und Vibraphonen, die den Hörer in eine sinnliche und hypnotische musikalische Reise eintaucht.

C’mon Tigre saugt die Kraft aus dem Mittelmeerraum, aus Kulturen Afrikas und des Nahen Ostens und erschafft eine persönliche Sprache aus Jazz, Afrojazz, Hip-Hop, Funk und der 70er-Jahre-Disco. „Mit den Musikern arbeiten wir mit dem Austausch und Experimentieren bis zum Ende, die Songs können jederzeit unterschiedliche Richtungen einschlagen“.