Nicht durchgehend überzeugend: Omer Klein Trio „Radio Mediteran“

Omer Klein Trio FOTO: Peter Hönnemann

Omer Klein Trio
Radio Mediteran
Veröffentlichung: 1. März 2019
Label: Warner Music International (Warner)

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Der in Düsseldorf lebende israelische Pianist Omer Klein arbeitet nun schon seit fünf Jahren mit Haggai Cohen-Milo (Bass) und Amir Bresler (Schlagzeug) zusammen. Mit ihrem dritten Album „Radio Mediteran“ bringt das Trio neue Klänge an den Start.

Von Lina Macke

Es gibt Alben, die legt man auf und kann sofort loslegen mit dem Schreiben. Zu diesen gehört das neue Album des Omer Klein Trios „Radio Mediteran“ nicht. „Our Sea“ beginnt zwar noch so, dass man Omer Klein sofort wiedererkennt. Ein leichtes Pianomotiv, stark an spanisch-orientalischen Motiven orientiert, das immer neue Kreise zieht, bis plötzlich dieser Synthie-Sound ertönt, das Klavier rollt wie eine Brandung, unterstützt von den kräftigen Drums.

„Tripoli“ ist ein vorwärtstreibender Song, der zunächst durch die elektrischen Basssounds und das hämmernde Klavier auffällt. Wenn dann aber dieser Synthesizer die Leitung übernimmt, mit einem Sound zwischen Heimorgel und billigem 80er-Sound, dann ist man doch mehr als verwirrt.

Einfluss der Kulturen im Mittelmeerraum

Das Titelstück weist ein paar hörenswerte Momente  auf, dennoch: Diese quäkenden, leicht orientalisierten Synthies gehen irgendwie gar nicht. „Mir geht es darum, den Leuten bewusst zu machen, dass uns mehr verbindet als trennt. Das ist meine politische Botschaft. Unsere Geschichte zeigt, dass sich verschiedene Kulturen im Mittelmeerraum gegenseitig positiv beeinflusst und befruchtet haben“, sagt Klein selbst. Die neun Songs sollen alle auf ihre eigene Art stilistische Brücken schlagen zu den vielen Kulturen des Mittelmeerraums, die sich auch alle gegenseitig beeinflussten. Originalinstrumente wie Oud oder Saz sollten bewusst nicht eingesetzt werden, um so weit wie möglich von einem Folkloretouch entfernt zu bleiben. Klein: „Ich wollte diese Musik nicht kopieren. Wir haben eher versucht, sie aufzusaugen und in einen neuen, persönlichen Kontext zu bringen, um am Ende vielleicht gar ein neues Genre zu schaffen.“

„Last Days Of School“

Das ist ihnen auf jeden Fall gelungen. Dennoch: Diese elektronischen Spielereien sind völlig unnötig. Das hat Klein im Grunde gar nicht nötig. Auf der Ballade „Sofia Baby“ zum Beispiel zeigt er, wie man auch mit dezentem Einsatz von Moog-Sounds arbeiten kann. „Desert Trip“ weist bei einer sparsamen Klavierarbeit komplexe Rhythmen vor. „Protest“ klingt wieder nach türkischem Fusion aus den späten 70er Jahren. „Salois“ spielt mit arabisch-orientalischen Rhythmen.

Zum Schluss kehrt das Trio mit dem fast zehnminütigen „Last Days Of School“ wieder zum akustischen Klassik-Trio zurück und versöhnt uns mit dynamischem Spiel, zwischen Abstraktion, Romantik (nach einem Break, wonach man das Stück schon zu Ende glaubt) und robuster Energie.

Deutschlandtour 

20.03. Heidelberg | Heidelberger Frühling
06.04. Hamm | Kurhaus Bad 
12.04. Willich | Jazz Frühling
24.04. Hamburg | Fabrik
25.04. Hannover | Jazzclub
15.05. München | Ampere
05.06. Düsseldorf | Schumannsaal
26.04. Braunschweig | Roter Saal im Schloss
11.05. Berlin | X-Jazz Festival
17.05. Darmstadt | Centralstation
18.05. Lüdinghausen | Burg Vischering
02.06. Freiburg | Jazzhaus
06.06. Germering | Stadthalle
04.07. Weilburg | Weilburger Schlosskonzert
22.11. Potsdam | Nikolaisaal