Plattentipp: T-Bone Burnett ‎“Trap Door“ (1982)

Nobbi stellt heute Nobbi T Bone und seine EP "Trap Door" vor. FOTO: Dylan Cem Akalin

Wir stellen hin und wieder besondere Platten vor, die wir in Nobbis Plattenladen in Bonn entdecken.

Sie wollen Ihre Platten loswerden? 0171/5447940!

Joseph Henry „T Bone“ Burnett ist eine Legende. Heute ist er wahrscheinlich berühmt für seine Arbeit als Komponist von Filmmusik. Bekannt wurde er indes als Gitarrist bei Bob Dylan. 1975 und 1976 gehölte er zur Dylan-Dand auf der Rolling Thunder Revue. Später gründete er mit zwei weiteren Mitgliedern der Truppe die Alpha Band, die bis 1978 drei Alben veröffentlicht.

Elvis Costello, Roy Orbison, B.B. King

Seine Arbeit als Solokünstler ist vor allem Musikfreaksbekannt, echte Verkaufsschlager sind nicht dabei. Als Produzent war er aber ebenso gefragt wie erfolgreich: Elvis Costello, Roy Orbison, B.B. King, seine Ex-Frau Sam Phillips gehörten zu seiner Kundschaft,  Robert Plants Kollaboration mit Alison Krauss („Raising Sand“, 2007) hat er produziert, Elton Johns und Russell Leons „The Union“ und viele andere. Burnett arbeitete mit den Counting Crows, Los Lobos, und er belebte die Karrieren von Gregg Allman und Roy Orbison.


Er erhielt zahlreiche Grammy

Er erhielt zahlreiche Grammys für seine Soundtracks: „O Brother, Where Art Thou?“, „Cold Mountain“ (2004), „Walk the Line“ (2006), „CrazyHeart“ (2010), „Raising Sand“ (2007), „The Hunger Games“. Er produzierte Musik für die Fernsehsendungen Nashville und True Detective.

Trap Door EP ist eine EP mit sechs Liedern voller dichtem, strahlendem Folk-Rock. T Bone arbeitet mit schimmernden Gitarren-Hooks, pfiffigen Rhythmen und einem scharfsinnigen Gespür für Details und Subtilität, um einen unwiderstehlichen Pop zu kreieren. Vor allem ein Stück erinnert mich entfernt an Talkin Heads: das fantastische Cover des Marilyn Monroe-Standards „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“.

„Hold on Tight“ ist reiner Pop der 60er Jahre,während „I Wish You Cone Have Her Dance“ mit einem lyrischen Update von „I Saw Her Standing There“ eröffnet wird – treibende, wechselnde Rhythmen mit einer einnehmende Melodie. Der Titeltrack schließt die Platte mit einem halb gesprochenen Song über die Widersprüche des Lebens, bevor ein ansteckender Refrain zu einer krassen Warnung überleitet: „Pass auf die Falltürauf.“ Leider nur eine EP, aber intelligent und überzeugend.