Kunst!Rasen Bonn 2019: Niedeckens BAP geben Abschlusskonzert in Bonn. Außerdem: Jethro Tull, Fish, Nena, Michael Patrick Kelly

Niedeckens BAP kommt nach Bonn. FOTO: ELH/Promo

Für den Kunst!Rasen Bonn 2019 stehen bereits einige Konzertereignisse fest. Nachdem ja Nena bereits im Sommer als eines der Open-air-Events angekündigt wurde (11.07.2019), hat Veranstalter Ernst-Ludwig Hartz bereits weitere Künstler verpflichtet: für die Classic Rocknacht: Jethro Tull by Ian Anderson und Fish (Ex-Marillion), ein weiterer Künstler könnte noch dazukommen (17.08.2019), Michael Patrick Kelly (iD Live 2019, 09.08.19) und als kleine Sensation am 16. August 2019 Niedeckens BAP. Feststeht auch der Termin für das Klassik!Picknick: 14.07.2019. Tickets hier.

Von Lina Macke

Dass Niedeckens BAP in die Pause geht, hat sich unter den Fans schon wie ein Lauffeuer verbreitet. Was aber eine brandneue Nachricht ist: Am 16. August 2019 gibt Wolfgang Niedeckens Band das Abschlusskonzert der „Strooßekööter-Tour“ auf dem Kunst!Rasen in Bonn.

Live & Deutlich: Noch ein letztes Mal mit dem aufwendigen New Orleans-Bühnenbild in neunköpfiger Formation und mit der vielgelobten Bläsersektion. „Eine Tour, die so gut ankommt, dass die Fans schon vor den Zugaben: ,Oh, wie ist das schön‘ skandieren. Denn so was hatten sie lange nicht gesehen – und gehört.“ (Kölner Stadtanzeiger)

Bevor es nach diesem Open Air für Niedeckens BAP in eine längere Live-Pause geht, wird die Band noch eine kleine Anzahl von erlesenen Sommerterminen spielen. In schönen Spielstätten, die optimale Bedingungen für magische Sommernachtskonzerte bieten. Die Wartezeit können sich die Fans mit dem am 2. November 2018 erscheinenden zugehörigen LIVE-Album zur Tour verkürzen.

„Live-Alben habe ich schon immer gemocht“, sagt Wolfgang Niedecken, „weil sie den Sound einer Band echt und authentisch einfangen und gleichsam auch ein Zeitdokument sind. Konzertmitschnitte halten im Idealfall fest, wie eine Band genau zu diesem Zeitpunkt klingt.“

Jethro Tull by Ian Anderson

Kaum zu glauben, aber es ist tatsächlich 50 Jahre her: Es war der 2. Februar 1968 im weltberühmten Marquee Club in der Wardour Street in London, als Jethro Tull erstmals unter diesem Namen auftrat. Die Band sollte zu einer der erfolgreichsten Bands ihrer Ära werden und mit mehr als 60 Millionen verkauften Alben weltweit ein Teil des kollektiven Pop-Bewusstseins der Menschen werden. Oder gibt es jemanden, der nicht „Locomotive Breath“ kennt?

 

JT-Ian-Anderson-2018 by Travis

Vor vier Jahren kündigte Ian Anderson, einzig verbliebenes Ur-Tull, an, Jethro Tull ein Ende zu setzen und von nun an ausschließlich unter seinem eigenen Namen aufnehmen und zu touren. „Mit Jethro Tull ist überhaupt nichts los“, sagte Anderson zu Billboard, „und das ist der Punkt“. Obwohl die Band zuvor nur als Auszeit beschrieben wurde, legt der Gründer nahe, dass „sie in den letzten zehn Jahren mehr oder weniger zu Ende ging“, nachdem sie eine Reihe von Live-Schallplatten und 2003  ein Weihnachtsalbum herausgebracht hatten. Und dann blieb der Name doch – allerdings mit einem Hinweis. Jetzt als Jethro Tull by Ian Anderson. Warum auch nicht? Jethro Tull war eh vor allem eins: Ian Anderson – und Martin Barre, doch der wunderbare Gitarrist (und ebenso Querflötist) trennte sich 2012 von Anderson.

In den Linernotes für sein Soloalbum Homo Erraticus schrieb Anderson, dass „in meiner Dämmerung … ich denke, es vorzuziehen … meinen eigenen Namen zu verwenden“. Ironischerweise wird das Album dem Songschreiber Gerald Bostock, einer pseudonymen Figur, die Anderson auf Jethro Tulls 1972er LP Thick als Brick vorstellte, mitgeschrieben. Anderson unterhält auch einen Blog-, Twitter- und Facebook-Account für Bostock.

Nun ist er 71 und immer noch eine beeindruckende Persönlichkeit: „Seine Locken sind vielleicht weg, und seine Stimme lässt nach, aber Andersons kauzige Anziehungskraft hatte etwas Reines und Unverwüstliches“, schrieb der Londoner Telegraph nach seinem Konzert kürzlich in der Royal Albert Hall.

Fish

Fish FOTO: Promo/Weltschmerz

Derek William Dick (60) kennt man unter seinem Künstlernamen Fish und als Lead-Sänger und Lyriker der Neo-Progressive-Rock-Band Marillion (von 1981 bis 1988), mit der er seine größten Erfolge feierte: „Kayleigh“, „Lavender“ und „Incommunicado“ und fünf Top-Ten-Alben, darunter das legendäre „Misplaced Childhood“ brachte der Schotte mit der Band heraus, bevor er in seiner Solokarriere eher die Möglichkeiten des zeitgenössischen Pop und traditionellen Folk erforschte.

Wer weiß, wie oft man den Mann noch sehen wird. Gerade hat er ein wunderbares Konzert in Köln gegeben, aber es könnte sein, dass er 2019 seinen Abschied nimmt. Auf der Tour hat er vor allem Marillions Album „Clutching At Straws“ aufgeführt, das letzte von Marillion, an dem er beteiligt war. Sein nächstes Soloalbum mit dem Titel „Weltschmerz“, so sagt er, könnte sein letztes sein.

„Und ich möchte, dass es wirklich besonders ist. Es könnte also ein Doppelalbum sein“, sagte er. „Ich bin ein Schriftsteller, der singen kann, aber ich finde, dass Musik ziemlich restriktiv werden kann – die besten Melodien und Hooklines hat es schon gegeben — aber ich liebe es zu schreiben, deshalb möchte ich wirklich Drehbücher und Romane schreiben. Es gibt auch eine Autobiografie, aber keine Standard-Autobiographie, es wird viel Prosa und Selbstanalyse beinhalten.“

Michael Patrick Kelly

Michael Patrick Kelly by Andreas H Bitesnich

Michael Patrick Kelly (40) macht mit als Juror bei „The Voice of Germany“ – und kommt durchaus sympathisch rüber. Vor allem beweist der einstige Kelly Family-Youngster, dass ein echter Rocker in ihm steckt, wenn er etwa die Flying V umschnallt und „Are You Gonna Go My Way“ von Lenny Kravitz anstimmt. Ein toller Moment in der TV-Show!

Jetzt bringt er ein neues Album raus. Es heißt „iD“ (für Identität) – ein klares Signal zu einem Zeitpunkt, der treffender nicht sein könnte. „Die neuen Songs zeigen wie durch ein Kaleidoskop die vielseitige und doch geballte Identität eines außergewöhnlichen Künstlers, und lassen zweifellos einen neuen Zenit seines musikalischen Werdegangs erahnen“, heißt es auf seiner Website.

Von mehr als 40 geschriebenen Songs sind 14 auf der Platte gelandet. Aufgenommen in London in einer Zeit, in der alles, was außerhalb des Studios passierte absurd schien. Trump, Brexit, Terror – die Welt spielte verrückt und schien ihre Identität, ihre iD, an das Chaos zu verlieren. Das Album „iD“ ist von diesem Zeitgeist geprägt, verfällt aber weder in Verzweiflung noch in Zynismus. Im Gegenteil: Man hört den Durchbruch von Lebenswille und Orientierung.

 

Tourdaten von BAP:

27.06.19 Bad Rappenau Black Sheep Festival *
29.06.19 Wolfhagen Kulturzelt
30.06.19 Braunschweig Wolters Hof Open Air
12.07.19 Dinslaken Fantastival
27.07.19 Freiburg Zelt Musik Festival
28.07.19 Balingen Rock of Ages Festival **
02.08.19 Hanau Amphietheater
03.08.19 Enderndorf / Brombach See Lieder am See

Das Abschlusskonzert:

16.08.19 Bonn Kunst!Rasen

Exklusiver Presale ab 25. Oktober um 9 Uhr unter www.eventim.de

* Tickets für Bad Rappenau ab Mitte Dezember

** Tickets für Rock of Ages unter www.reservix.de

 

Fish Tourdates

26.10.18 NL-Den Haag – Paard
27.10.18 NL-Heerlen – Parkstad Limburg Theaters
28.10.18 NL-Utrecht – Tivoli Vredenburg
30.10.18 Bochum – Zeche
31.10.18 Osnabrück – Rosenhof
01.11.18 Aschaffenburg – Colos Saal
03.11.18 Erfurt – Stadtgarten
04.11.18 Augsburg – Spectrum
05.11.18 CH-Pratteln – Z7
07.11.18 CH-Rubigen – Mühle Hunziken
08.11.18 Bensheim – Musiktheater Rex
09.11.18 Karlsruhe – Substage
11.11.18 München – Backstage
12.11.18 Nürnberg – Hirsch
14.11.18 Saarbrücken – Garage
15.11.18 NL-Groningen – Oosterport
16.11.18 B-Verviers – Spirit of 66

Veranstalter: www.assconcerts.com