Neues Album nach zwölf Jahren: Loreena McKennitt „Lost Souls“

Loreena McKennitt FOTO: Richard Haughton

Loreena McKennitt „Lost Souls“
VÖ: 11. Mai 2018
Label: Quinlan Road

Loreena McKennitts neues Album “Lost Souls” ist seit „An Ancient Muse“ das erste neue Studioalbum seit 2006. Produziert hat die mehrfach ausgezeichnete kanadische Sängerin und Komponistin ihr Album selbst. An diesem Freitag erscheint das Werk, und die Künstlerin ist ebenfalls auf Werbetour – Autogrammstunden inklusive. (Daten weiter unten!)

Von Lina Macke

Mit so manchen Songs wusste Loreena McKennitt selbst nicht, wohin sie gehören. Lieder ohne Zuhause. Einige der Songs wurden von Loreena McKennitt bereits vor einiger Zeit begonnen, andere kamen nach und nach dazu, auch im Zuge ihrer letzten Projekte und Reisen. Jetzt hat sie sie alle zusammengebracht und ihnen einen Rahmen gegeben, in dem sie gut aufgehoben sind. Die Kanadierin, die mit ihrem Hang nach keltischen Atmosphären und dem Mix aus Pop, Folk und Weltmusik Millionen Alben verkauft hat, präsentiert mit „Lost Souls“ ein Werk, das vielleicht auch den einen oder anderen Zweifler überzeugen dürfte.

Warum hat es so lange gedauert, bis sie mit einem neuen Album erscheint? “Mein Leben war in den letzten zehn Jahren ereignisreich, hat aber auch einiges von mir gefordert – im persönlichen Leben wie auch im Berufsleben und wir sind permanent getourt. Es war sehr befriedigend und auch ausfüllend, endlich einmal wieder zu dem kreativen Teil meiner Arbeit zurückzukehren “, sagt die 61-Jährige.

Erinnerung an Kate Bush

Das neun neue Songs beinhaltende Album wurde in der Zeit von Mai bis Oktober 2017 in Hamilton, Kanada in den Catherine North Studios und im Studio von Peter Gabriel, den Real World Studios in der Nähe von Bath, England, aufgenommen.

Loreena McKennitt FOTO: Demetrius Koilalous

Natürlich liegt über allem wieder dieser so McKennitt-eigene melancholische Gaze, die die Songs so leicht entrückt erscheinen lassen. Aber die am 17. Februar 1957 in Manitoba geborene Künstlerin zeigt ein paar ungewöhnliche Seiten. Da ist zu allererst „Ages Past, Ages Hence“ zu nennen, Stimmung und Gesang wie von der frühen Kate Bush. Ein wunderschönes Stück! Gerne viel viel mehr davon.

Mit „The Ballad oft he Fox Hunter“ unterstreicht McKennitt ihre sensible Auseinandersetzung und Adaption eines alten Gedichts des Iren William Butler Yeats. Von John Keats vertont sie „La Belle Dame Sans Merci“. Exotische Instrumente wie Nyckelharpa, Lyra, Oud und die Drehleier oder die Flamenco-Gitarre geben den Stücken wieder eine besondere Klangnuance.

McKennitt ist ja bekannt dafür, Klangaromen aus nahöstlicher Musik mit Celtic Folk zu mischen. Sie greift spanisch-orientalische Moods auf, die Mystik der australischen Aboriginis oder die komplexe Simplizität der moldawischen Folklore, die rhythmisch aufwühlende türkische Klassik. Die Grundlage indes bildet immer ihre irische und schottische Musik-DNA.

Beim Titelsong „Lost Souls“ vereinen sich herzzerreißendes Cello, Klavier und Violine, um die Grundlage ihrer anmutigen, beruhigenden Stimme zu legen, die eine Geschichte erzählt, die von Ronald Wrights Buch „A Short History of Progress“ inspiriert ist. „Er sagt, dass unsere Spezies die moralische Richtung verloren hat, immer mit dem Blick auf ‘Fortschritt’ und dass wir so etwas wie verlorene Seelen geworden sind“, erklärt sie.

Das neue Album wird wohl wieder Fans aus allen möglichen Genres packen –  auch jene aus  Gothic, Alternative Music oder Mittelalterbereich.

 

Autogrammstunden mit Loreena McKennitt:

Frankfurt/Main,  Mittwoch, 16. Mai / 17.oo h / Saturn / Zeil 106

Hamburg , Donnerstag, 17. Mai / 17 .oo h / Saturn / Mönckebergstr. 1

Amsterdam, Freitag, 18. Mai / 18.30 h / MediaMarkt Amsterdam Centrum / Fame Megastore / Oosterdokskade 67