Der Bonner Gitarrist Igor Lazarev hat sich dem klassischen Fusion hingegeben

Lazarev Project Group
Shine Your Light
Label: Phonosphere LC- 18267 
(Amazon)

Igor Lazarev ist ein ausgezeichneter Gitarrist. Keine Frage. Der Bonner mit den russischen Wurzeln hat einen ausgesprochen eleganten Fusionstil und hat sicherlich viele Vorbilder, die in seinem Spiel immer wieder aufblitzen: Da ist die Leichtigkeit eines Larry Carlton, die melodische Feinheit eines Lee Ritenour, da leuchten Wagnisse eines Mike Sterns oder auch schon mal schräge Läufe a la Allan Holdsworth auf. Die Virtuosität und kreative Vielseitigkeit des 50-Jährigen machen richtig Spaß. Das Album, wunderschön produziert, ist wie eine Verneigung vor dem Fusion und Jazzrock der 70er bis 90er Jahre. Jazz, Rock, Funk und Latinelemente gehen auf ideenreiche Art und Weise eine Melange ein.

Der 1967 in Jaroslawl / Russland geborene Fenderspieler beginnt mit 13 Jahren mit dem Gitarrespielen. Als Vorbilder von damals gibt er George Harrison, Ritchie Blackmore, Jimmy Page und David Gilmour an. Später orientiert sich Igor an Gitarristen wie Yngwie Malmsteen, Eddie van Halen, Steve Vai und Joe Satriani. Kein Wunder. Denn er beweist immer wieder, dass er sich ebenfalls auf Stuntgitarrenausbrüche versteht, belässt er aber Gott sei Dank bei keinen Ausflügen, so dass die Musik niemals überladen wird. Und da hat ihm sicherlich dabei geholfen, dass Igor längst vom Jazz infiziert wurde, wie ihn Charlie Parker, John Coltrane, der einzigartige Pat Martino, Wes Montgomery, Scott Henderson, Mike Stern und Miles Davis vertraten und vertreten.

Die Melodie ist der Dreh- und Angelpunkt seiner Kompositionen. Das macht er gleich beim Opener „Memories Of St. Petersburg“ klar. In „Deeper Than Blues“  überwiegen entgegen dem Titel die schrägen Grooves. „Pubertat“ ist ein rockorientiertes Fusionstück mit vielen Breaks, „Ascension“, einer meiner persönlichen Highlights, und „Dreams“ glänzen durch eindrucksvolle Sensibilität, „Stomy in Seven“ könnte in Teilen auch von Brand X sein. Das Titelstück groovt nicht zuletzt auch wegen der dezent eingebauten Orgel.

Igor spielt eine weitgehend cleane Gitarre. Soundmäßig steht tatsächlich der pure Gitarrenklang im Vordergrund. Effekte finden nur äußerst dezent Einsatz. Das bewährt sich insbesondere in den schnellen Sequenzen, weil die Läufe außerordentlich sauber gespielt werden müssen – was umso mehr beeindruckt. Dazu umgibt sich Igor mit exzellenten Musikern: darunter James Morgan, Stefan Tapp, Christian Kussmann und Karsten Fernau am Bass, Stephan Schöpe und Bernhard Spiess an den Drums.  Ein exzellentes Album! (Dylan Cem Akalin)

Die Lazarev Project Group tritt am Freitag, 16.03.2018, in der Musikschule der Kreisstadt Siegburg, Humperdinckstraße 27, 53721 Siegburg, auf.

Davor kann man die Band noch hören auf Jazz-Rock TV am 23.02.2018, und im Session Café A GOGO Düsseldorf am 25.02, 2018.