Ein Album wie ein Roadmovie: Supersonic Blues Machine „Californisoul“

Supersonic Blues Machine FOTO: Robert Knight/Promo

Ein Album wie ein Roadmovie! Ja, ich weiß, diese Phrase wird überstrapaziert, wenn es um seelenvolle, emotionale Musik geht, die einem den Horizont auf einfühlsame Klänge öffnet und man in seinem Kopfkino auf der Highway unterwegs ist. Und, ja, genau das passiert, wenn man Supersonic Blues Machine auflegt. Ihr neues Album “Californisoul” (Provogue / Mascot Label Group / Rough Trade als CD, Doppel-Vinyl, Download und Stream“ erscheint am 20. Oktober 2017.

Von Lina Macke

Die Rostlaube, die in der untergehenden kalifornischen Sonne unterwegs ist, unterstreicht dieses Gefühl natürlich. Und die Gastmusiker – u.a. Billy Gibbons, Steve Lukather, Eric Gales, Robben Ford und Walter Trout – sorgen auf diesem durchgängig sehr soulig-bluesrockigen Album für zusätzliche Reize.

„I Am Done Missing you“ geht schon ab, wie ein Dauerhit auf dem Classicradiosender.  „Der Song richtet sich sowohl an verschmähte Liebhaber, als auch an diejenigen, die ihre schlechten Angewohnheiten hinter sich gelassen haben. Das Album studiert und feiert die Menschlichkeit gleichzeitig“, sagt Lance Lopez (Gitarre, Gesang, Songwriting) zu dem Stück. Und seine Stimme ist auf solch zartbitterschmelzige Art rau, dass man gar nicht genug davon kriegen kann. Die Einflüsse von Bobby “Blue” Bland, Sly Stone und des kürzlich verstorbenen Gregg Allman sind allgegenwärtig.

Zu Supersonic Blues Machine gehören außerdem Fabrizio Grossi (Bass, Produktion, Songwriting) und Kenny Aronoff (Schlagzeug). Ihre Devise lautet: „Ohne Freunde keine Party“ und so luden sie sich einige prominente Gäste ins Studio ein. Auf dem Album sind Billy Gibbons („Broken Heart“), Steve Lukather (Toto) mit einigen fesselnden Licks, Eric Gales („Elevate“), Robben Ford („What’s Wrong“), Alessandro Alessandroni Jr. an den Keyboards, Serge Simic (Co-Schreiber und Backgroundsänger bei „Love“ und „Hard Times“) sowie Andrea und Francis Benitez Grossi (Backgroundgesang) zu hören.

„Cry“ ist ein nachdenkliches, schwelendes Stück Poesie, während Lance Lopez „I Am Done Missing You“ folgendermaßen beschreibt: „Der Song richtet sich sowohl an verschmähte Liebhaber, als auch an diejenigen, die ihre schlechten Angewohnheiten hinter sich gelassen haben. Das Album studiert und feiert die Menschlichkeit gleichzeitig.“

„Broken Heart“ hat nicht nur wegen Billy Gibbons diese Z.Z.Top-Dynamik, der Song ist eine einschneidende Liebeserklärung. „Bad Boys“ lebt nicht nur vom Gitarrensound, den Lopez wie aus dem Instrumentenhals zu pressen scheint. Der Song groovt auf funkige Art.

„This Is Love“ mit seinem herausragenden Gitarrenspiel erinnert an Bob Marley und die amerikanische Funkband War. „Elevate“ zeigt, wie man sich gegen Versuchungen erwehren kann – natürlich mit Musik.

„Viele Leute fragten mich, warum bei Supersonic Blues Machine immer Gastmusiker mit von der Partie seien, obwohl wir doch selbst genug auf dem Kasten hätten. Es gibt drei Antworten darauf. 1.: Wir sind alle eng befreundet und hatten einen Mordsspaß. 2.: Viele von ihnen geben keinen Unterricht. Das ist unsere einzige Chance, hinter ihre Geheimnisse zu kommen. Und 3.: Sie inspirieren und fordern uns gleichzeitig heraus“, sagt Grossi, der das Album als den Soundtrack eines imaginären Roadtrips entlang der kalifornischen Küste in den berauschenden und friedlichen Tagen der frühen 70er Jahre beschreibt.  Passt!

 

 

Tracklist:

1 I Am Done Missing You
2 Somebody’s Fool (featuring Robben Ford)
3 Love
4 Broken Heart (featuring Billy Gibbons)
5 Bad Boys
6 Elevate (featuring Eric Gales)
7 The One
8 Hard Times (featuring Steve Lukather)
9 Cry
10 The Stranger
11 What’s Wrong (featuring Walter Trout)
12 Thank You
13 This Is Love